Medi­en­nach­lese

ZDF­zoom-Sen­dung "Die Lebens­ver­si­che­rungs­falle" - drei Fra­gen, drei Ant­wor­ten

In der ZDFzoom-Sendung „Die Lebensversicherungsfalle“ ging es in dieser Woche um Menschen, die ihre Immobilien mit Lebensversicherungen finanziert haben. Anhand einzelner Beispiele werden die sinkenden Ablaufleistungen von Lebensversicherungen thematisiert. Wir beantworten in diesem Zusammenhang die drei wichtigsten Fragen zur Sendung.

Was sind die Ursachen für sinkende Ablaufleistungen bei Kapitallebensversicherungen?
Dafür ist die Kapitalmarktentwicklung entscheidend, namentlich das seit vielen Jahren fallende Zinsniveau. Das hat nun dazu geführt, dass teilweise sogar Negativzinsen verlangt werden. Da Versicherer zu erheblichen Teilen in Zinspapieren investiert sind, wirkt sich das gefallene Zinsniveau negativ auf die Kapitalerträge aus.

Was kann man tun, wenn bei sinkenden Zinsen die Lebensversicherung nicht für die Darlehenstilgung ausreicht?
Bei fallenden Zinsen und damit zeitlich verzögert auch sinkenden Lebensversicherungsleistungen können Tilgungslücken entstehen. Um diese zu vermeiden, ist es wichtig, die Kreditkonditionen zum nächstmöglichen Zeitpunkt an die niedrigen Zinsen anzupassen.

Gesetzlich hat jeder Kunde das Recht, bei jedem Kredit alle 10 Jahre die Konditionen an die aktuellen Zinsen anzupassen. Gerade bei Hypotheken, die 30 Jahre laufen, kann der Kunde so mehrfach seine Zinskonditionen verbessern. Wenn die so eingesparten Zinsen zur Erhöhung der Versicherungssumme oder zur zusätzlichen Tilgung des Kredites verwendet werden, werden ungeplante Finanzierungslücken vermieden bzw. deutlich verringert.

Warum wurde 2014 die Beteiligung der Kunden an den Bewertungsreserven geändert?
Der Gesetzgeber hatte die Beteiligung an den Bewertungsreserven erst 2008 geschaffen, um die Kunden stärker an Kursteigerungen bei Aktien und Immobilien zu beteiligen. Durch fallende Zinsen kam es jedoch zu einem ganz anderen, ungeplanten Effekt: Weil bei fallenden Zinsen Anleihen vorrübergehend Kurssteigerungen aufweisen, mussten die Versicherer entgegen den fallenden laufenden Erträgen ihre Ausschüttungen erhöhen.

Die Fähigkeit, künftig noch die versprochenen Garantiezinsen sicher erwirtschaften zu können, wurde massiv geschwächt. Diesen kontraproduktiven Mechanismus hat der Gesetzgeber 2014 korrigiert. Es bleibt dagegen weiterhin bei der ursprünglich allein angestrebten Beteiligung der Kunden an Bewertungsreserven aus Aktien und Immobilien.

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