Kapi­tal­an­la­gen

Woh­nungs­bau­kre­dite der Lebens­ver­si­che­rer auf Rekord­niveau

Der Immobilienboom in Deutschland gibt dem Kreditgeschäft der Lebensversicherer starke Impulse. Im Jahr 2018 stieg das Volumen der ausgezahlten Immobiliendarlehen um fast 12 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro.

Im Vergleich zu 2017 stiegen die Kreditauszahlungen der Lebensversicherer nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) um 11,8 Prozent auf gut 8,4 Milliarden Euro. Hinzu kommen Darlehen über knapp 8 Milliarden Euro, die den Kreditnehmern zum Jahresende 2018 bereits zugesagt waren und damit für das laufende Jahr auf einen erneut deutlichen Anstieg hindeuten. „In der anhaltenden Niedrigzinsphase ist die Immobilienfinanzierung für Lebensversicherer eine attraktive Kapitalanlage”, sagt GDV-Chefvolkswirt Klaus Wiener. „Hypothekenkredite bieten nicht nur hohe Sicherheiten, sondern auch höhere Renditen als langlaufende Staatsanleihen bester Bonität.”

Immobilien überwiegend zur Selbstnutzung

Der weitaus überwiegende Teil der Kreditzusagen dient zur Finanzierung von Eigenheimen und Eigentumswohnungen, knapp 14 Prozent der zugesagten Darlehen sind für den Bau größerer Mietshäuser reserviert. Die im Jahr 2018 neu zugesagten Kredite entfallen zu rund 29 Prozent auf den Wohnungsneubau, zu gut 45 Prozent auf den Kauf von Bestandsimmobilien und zu rund 26 Prozent auf die Ablösung von Altkrediten.

Wichtiger Beitrag zur privaten Vermögensbildung

Gemessen an der Summe der insgesamt ausgezahlten Wohnungsbaukredite ist der Marktanteil der Lebensversicherer  zwar gering – nach jüngsten Angaben des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken für 2017 stammen rund vier Prozent der Immobilienkredite für Privathaushalte von Versicherungsgesellschaften. Dennoch leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Vermögensbildung - insbesondere für Haushalte, die eine möglichst langfristige Zinsbindung bevorzugen oder benötigen.

Denn während die meisten Banken vor allem Darlehen mit einer Laufzeit von bis zu 15 Jahren anbieten, vergeben Versicherer problemlos auch Kredite mit einer Zinsbindung von 20 oder gar 30 Jahren. Der Grund: Kreditinstitute refinanzieren sich überwiegend über kurzfristige Einlagen wie Girokonten und Termingelder,  Lebensversicherer können die Beiträge ihrer Kunden auf Grund der oftmals hohen Laufzeit vieler Versicherungsverträge dagegen sehr viel langfristiger investieren.

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