Schnee­last­zo­nen in Deutsch­land

Win­ter­chaos bringt Dächer in Gefahr

Meterhoch Schnee und Katastrophenfälle in mehreren Landkreisen. Ein Ausnahmezustand, der in jedem Winter wiederkehrt. Welche Regionen sind besonders gefährdet?

Dächer sollten so stabil sein, dass ihnen große Schneemengen nichts anhaben können. Schließlich gilt es, Tragödien wie die im bayerischen Bad Reichenhall 2006 zu vermeiden. Damals stürzte das Dach einer Sporthalle unter der Schneelast ein, über ein Dutzend Menschen verloren ihr Leben.

Die Baunormen in Deutschland sind regional jedoch verschieden. Denn die Gefahr durch Schneelast ist nicht überall gleich. Das Risiko variiert je nach Standort, lokaler Klimazone und topograhischer Lage. Grob gilt: Je gefährdeter das Gebiet, desto strenger sind die Anforderungen.

Fünf Schneelastzonen

Insgesamt gibt es hierzulande fünf Schneelastzonen: 1, 1a, 2, 2a und 3. In der höchsten Gefahrenzone 3 befinden sich zum Beispiel die Alpenregionen Bayerns, das Erzgebirge in Sachsen, der Thüringer Wald sowie der Harz, wo sich die Wolken sehr häufig stauen und es deshalb oft starke Niederschläge gibt. Die zweithöchste Gefährdung besteht in Zone 2a: Dazu gehören etwa der Schwarzwald und das nordrhein-westfälische Sauerland. Die Region und die Höhenlage eines Hauses bestimmen, wie viel Kilo Schnee pro Quadratmeter ein Dach aushalten muss. Eine interaktive Karte dazu findet sich beim Statiker Dlubal.

Gefahr droht auch im Flachland 

Auffällig: Auch die Küstengebiete Mecklenburg-Vorpommerns gehören zu der besonders gefährdeten Zone 3. Bläst im Winter der Nordostwind, dann können kalte Stürme große Mengen Feuchtigkeit über der relativ warmen Ostsee aufnehmen und zu starken Schneefall führen. Das zeigte sich beispielsweise im Katastrophenwinter 1978/79, als tagelange Schneefälle über Norddeutschland wüteten und Orkanböen für meterhohe Verwehungen sorgten. Die Insel Rügen war nicht mehr vom Festland zu erreichen, mehrere Menschen starben.


Plötzliche Schneemassen

Zu Jahresbeginn 2019 bestätigte sich auch, warum die bayerischen Alpen zu den gefährdetsten Regionen in Deutschland zählen. Innerhalb einer Woche fiel auf dem höchsten deutschen Berg, der Zugspitze, über ein Meter Schnee. Bis Mitte Januar türmte er sich auf dreieinhalb Meter auf. Selbst in niedrigeren Lagen gab es ergiebige Niederschläge: Das auf knapp 700 Meter Höhe gelegene Reit im Winkl versank innerhalb von rund zwei Wochen unter einer eineinhalb Meter hohen Schneedecke.

Gegen Schneedruckgefahr versichern

Stürzt ein Dach trotz aller Vorkehrungen durch die Last des Schnees ein, leistet die Elementarschadenversicherung. Eine Wohngebäudeversicherung ohne diese zusätzliche Deckung reicht nicht aus. In den Risikogebieten Bayern und Sachsen hat allerdings nicht mal jeder zweite Hausbesitzer den erweiterten Naturgefahrenschutz. Vielen ist gar nicht bewusst, dass sie nicht ausreichend versichert sind.

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