Ver­si­che­rer als Part­ner für den Welt­han­del

Wie die deut­sche Wirt­schaft Exporte absi­chert

Die deutsche Exportwirtschaft hat im Juli 2014 einen neuen Rekord aufgestellt: Erstmals überstiegen die Warenausfuhren innerhalb nur eines Monats den Wert von 100 Milliarden Euro. Als starker Partner an der Seite der Exportwirtschaft stehen die Versicherer. Mit der Absicherung von Kredit- und Transportrisiken gibt die Assekuranz den Exporteuren Planungssicherheit und schafft wichtige Rahmenbedingungen für die Exportstärke Deutschlands.

Eine bedeutende Scharnierfunktion des Handels übernimmt insbesondere die Export- oder Ausfuhrkreditversicherung. Sie sichert die Exporteure dagegen ab, dass ihre Kunden die gelieferte Ware nicht bezahlen. Teil des Versicherungsschutzes ist außerdem die regelmäßige Bonitätsprüfung: Der Versicherer prüft die Kunden des Exporteurs nicht nur bei Vertragsabschluss auf ihre derzeitige und künftige Zahlungsfähigkeit, sondern überwacht deren Bonität kontinuierlich auch während der Laufzeit; damit leistet er einen wichtigen Beitrag zur Schadenverhütung.

Nach Schätzungen des GDV, der die Exportkreditversicherung nicht separat, sondern als Teil der Delkredereversicherung erfasst, lag die Deckungssumme der Exportkreditversicherungen im Jahr 2013 zwischen 150 und 190 Milliarden Euro. Private Versicherungsunternehmen haben damit etwa 15 Prozent der deutschen Ausfuhren in Höhe von knapp 1,1 Billionen Euro gedeckt. Zum Vergleich: Die staatlichen Exportkreditgarantien (sogenannte „Hermesdeckungen“), mit dem die Bundesrepublik den Export vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländer fördert, beliefen sich auf rund 28 Milliarden Euro.

Versicherer übernehmen weitere Risiken

Über die Forderungsausfälle der Exporteure hinaus übernehmen die Versicherer mit den verschiedenen Sparten der Transportversicherung zahlreiche weitere Risiken des Welthandels: Die Warentransportversicherung schützt Exporteure vor dem Risiko, dass Handelswaren während des Transports oder der transportbedingten Lagerung beschädigt werden oder verlorengehen. Die Verkehrshaftungsversicherung übernimmt das Haftungsrisiko der Spediteure, die See- und Luftfahrtkaskoversicherer decken Schäden an den Schiffen und Flugzeugen.

Eine besondere Herausforderung der Transportversicherer stellt die Risikobewertung dar: Zum einen sind die Waren im versicherten Zeitraum ständig wechselnden Risiken ausgesetzt, zum anderen kann es im Rahmen des weltumspannenden Handels zu sehr großen Wertkonzentrationen kommen – der potentielle Schaden beim Zusammenstoß zweier Container-Riesen beträgt 1,6 Milliarden Euro, eine Naturkatastrophe kann gleichzeitig eine Vielzahl von Warenlagern zerstören.

Um diese sogenannten Kumulrisiken zumindest für die Zeit der Lagerung besser einschätzen zu können, betreibt der GDV seit Anfang 2013 den Kumul-Informations-Service KIS. Mithilfe dieser Software können Transportversicherer erkennen, ob und welche Naturgefahren gleich mehrere versicherte Lagerstandorte bedrohen und wo sich Einzelrisiken dadurch zu einem Großschaden summieren könnten.

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