Wild­tiere in Deutsch­land

Wer für Schä­den durch Wölfe auf­kommt

Wölfe sind zurück in Deutschland: 35 Wolfsrudel haben sich vor allem in den neuen Bundesländern und Niedersachsen niedergelassen. Nun liegt es in der Natur des Wolfes auf seinen Streifzügen Hirsche, Rehe und Wildschweine zu jagen. Aber auch Schafe, junge Rinder oder Pferde stehen auf seinem Speiseplan. Wer aber kommt für das Unwesen des Wolfes auf und entschädigt die betroffenen Landwirte oder Nutztierhalter?

Dem Jagdpächter, in dessen Revier Übergriffe stattfinden, sind die Hände gebunden, wenn Wölfe Schäden anrichten. Da der Wolf eine geschützte Tierart ist, darf er nicht ohne weiteres in den Tierbestand eingreifen. Anders als beispielsweise bei Wildschweinen: Hier muss der Jagdpächter dafür Sorge tragen, dass der Bestand nicht zu groß wird. Unterlässt er dies und zu groß gewordene Rotten richten Schäden an, muss der Jagdpächter unter Umständen dafür haften. Für Schäden, die ein Wolf anrichtet, trifft den Jagdpächter kein Verschulden. Daher haftet er für solche Schäden auch nicht.

Manche Bundesländer haben inzwischen reagiert und helfen den betroffenen Nutztierhaltern. Niedersachsen hat bis November dieses Jahres 16 Übergriffe von Wölfen registriert. Zehn Schäden wurden mit insgesamt 11 000 Euro bezahlt. Für das Jahr 2015 stellt Niedersachsen 100.000 Euro für solche Schäden bereit. Auch andere Bundesländer helfen – mit der „Förderrichtlinie Wolf“ ist beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern die Zuwendung zur Minderungen wirtschaftlicher Belastungen bei Schäden an Haus- und Nutztieren geregelt.

In Brandenburg will das Landesumweltamt nicht nur die Schäden ersetzen, sondern die Bauern auch beim Kauf neuer Schutzzäune finanziell unterstützen. Im Jahre 2013 rissen Wölfe in Brandenburg insgesamt 22 Schafe. In diesem Jahr wurden allein bis Juli 36 Schafe und ein Kalb registriert. Schutz vor Wölfen bieten u. a. elektrische Schutzzäune. Die 106 Zentimeter hohen orangenen Stromnetzzäune müssen mit mindestens 4.000 Volt unter Spannung stehen und so aufgestellt sein, dass Wölfe darunter nicht durchkriechen können. Aber auch straff gespannte stromlose Zäune ab 140 Zentimeter Höhe bieten Schutz vor Wölfen.

Schäden von Nutztieren sind versicherbar

Nutztierhalter müssen für die Schäden aufkommen, die anderen Personen beispielsweise durch den Ausbruch ihrer Tiere entstehen. Erschreckt ein Wolf beispielsweise Rinder oder Schafe so heftig, dass sie das Weite suchen und auf der „Flucht“ kommt es zum Schaden, kann das ein Fall für die Betriebshaftpflicht sein. Denn Nutztierhalter haften für solche Schäden, falls sie bei der Beaufsichtigung der Tiere die notwendige Sorgfaltspflicht vernachlässigt haben. Ob der Ausbruch des Nutztieres dann durch einen Wolf verursacht wurde oder nicht, beeinträchtigt den Versicherungsschutz nicht.

Zur Startseite