Die schönste Ver­si­che­rungs­sa­che der Welt

Volle Deckung für einen klei­nen Jumbo-Jet

Mehr als acht Jahre hat Adi Pitz vom ersten Plan bis zum fertigen Modell gearbeitet: Rund 2500 Stunden und einige Zehntausend Euro stecken in dem Modellflieger. Der 58-Jährige hat eine Boeing 747 nachgebaut, Maßstab 1:13. Ohne Haftpflichtversicherung hebt der kleine Gigant nicht ab. Von Carola Felchner

Wenn Adi Pitz von seiner großen Liebe spricht, dann darf man dieses „groß“ wörtlich nehmen. Sie ist fast 20 Meter hoch und rund 76 Meter lang – die Boeing 747. Seit er vor vielen Jahren zum ersten Mal beobachtet hat, wie sich der Jumbo majestätisch in den Himmel erhebt, lässt ihn die Faszination dafür nicht los.

Inzwischen geht der 58-Jährige selbst mit der 747 in Luft – allerdings nicht etwa als Passagier, sondern als Pilot. Pitz ist Besitzer des wohl größten und detailgetreusten Nachbaus einer 747 weltweit. Mehr als acht Jahre hat er von der ersten Konzeption bis zum fertigen Modell im Maßstab 1:13 daran gearbeitet. Rund 2.500 Stunden und einige Zehntausend Euro stecken in dem Modellflieger mit 5,43 Metern Rumpflänge und einer Spannweite von 4,98 Metern. 

Zehn Liter Kerosin für einen Flug von acht Minuten

Gefertigt aus Styropor, Balsaholz und glasfaserverstärktem Kunststoff bringt das Modell 77 Kilogramm auf die Waage. Sein Tank fasst zehn Liter Kerosin, das reicht für acht Minuten in der Luft, „was schon eine ziemlich lange Zeit ist“, sagt Adi Pitz nicht ohne Stolz.

Für den Transport kann der Jumbo zerlegt werden. Und transportiert wird er regelmäßig, denn die Miniaturversion der 747 ist ein gern gesehener Gast auf Flugshows. Dort wird sie originalgetreu geflogen, das heißt: schnörkelloser Start und Landung, ruhige Flugbahn. Kunststückchen wie Loopings sind verpönt in der kleinen Szene der Airlinerpiloten, von denen es in Deutschland nur um die 50 gibt.

Haftpflichtversichert, falls es mal schief geht

Fingerspitzengefühl brauchen Pitz und die beiden Piloten, denen er sein Schmuckstück regelmäßig überlässt, trotzdem. Das Flugzeug reagiert extrem fein auf Befehle der Fernsteuerung, entsprechend nervös ist Pitz vor jedem Flug. Als einmal eines seiner Modellflugzeuge einen Totalschaden erlitt, kämpfte er mit den Tränen. Bei solchen Abstürzen ist seine inzwischen auf neun Modelle angewachsene Flotte unterschiedlicher Flugzeugtypen nicht versichert. In ihnen stecken fünfstellige Summen, der Versicherungsbeitrag wäre mit mindestens 1600 Euro im Jahr zu hoch.


Geschützt ist der Modellbauer aber für den Fall, dass er mit seinen Flugzeugen Zuschauer verletzt oder Sachen beschädigt. Dann deckt seine spezielle Haftpflichtversicherung für den Betrieb und den (neben)gewerblichen Einsatz von Flugmodellen Schäden mit bis zu vier Millionen Euro. In Anspruch nehmen musste er sie bis jetzt nicht.

Airlinertreffen auf der Schwäbischen Alb

Und während neue Generationen von Langstreckenflugzeugen den Original-Jumbo mehr und mehr verdrängen und Boeing inzwischen laut über ein Ende der Produktion nachdenkt, stehen für die Miniaturversion noch einige Flugtermine an. Unter anderem beim von Pitz alle zwei Jahre organisierten Airlinertreffen , das im Juli 2017 wieder im baden-württembergischen Oppingen auf der Schwäbischen Alb stattfindet. 40 kleine und große Modelle werden dann zu sehen sein. Pitz‘ große Liebe ist natürlich auch dabei.

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