Ifo-Kon­junk­tur­test Ver­si­che­rungs­wirt­schaft Früh­jahr 2021

Stim­mung in der Asse­ku­ranz hellt sich wei­ter auf

Nach dem Corona-bedingten Konjunktureinbruch 2020 dürfte es in diesem Jahr wieder spürbar aufwärtsgehen. Das weckt auch Erwartungen bei den Versicherungsunternehmen.

Die Stimmung in den deutschen Versicherungsunternehmen hat sich im Frühjahr erneut verbessert. Die Firmenchefs bewerten sowohl die aktuelle Lage als auch die Aussichten für die kommenden Monate deutlich positiver als im Schlussquartal 2020, wie der aktuelle ifo-Konjunkturtest für die Versicherungswirtschaft zeigt. Der Teilindex zur Geschäftslage stieg gegenüber dem Vorquartal um 4,3 auf 8,9 Punkte, der für die Geschäftsaussichten legte gar um 6,9 auf 7,8 Punkte zu.

„Die zunehmenden Impferfolge und ersten Corona-Lockerungen schüren den Optimismus in den Unternehmen“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Das Ende der Beschränkungen werde den Kundenkontakt erleichtern und das Neugeschäft beflügeln. Insgesamt liegen die ifo-Teilindizes aber weiter unter ihrem langfristigen Mittelwert. „Von Normalität sind wir noch ein Stück entfernt“, betont Asmussen.

Ifo-Konjunkturtest Q1/2021: Versicherungswirtschaft insgesamt
Aktueller WertDifferenz zum Vorquartallangfristiger Mittelwert
Geschäftsklima+8,3+5,6+14,4
Geschäftslage+8,9+4,3+14,9
Geschäftserwartungen+7,8+6,9+14,3
Quelle: Ifo-Institut, eigene Berechnungen

Größte Zuversicht unter den Krankenversicherern

Mit Blick auf die einzelnen Sparten ergibt sich ein gemischtes Stimmungsbild. Am stärksten stieg der Optimismus in der privaten Krankenversicherung. Die Pandemie habe den Stellenwert eines guten Gesundheitsschutzes verdeutlicht, so Asmussen. Davon dürften die Anbieter in nächster Zeit noch profitieren. In der Lebensversicherung ist die Lage gespalten: Während die Anbieter die aktuelle Geschäftssituation verhalten einschätzen, haben sich die Aussichten für die kommenden sechs Monate stark verbessert (Indexwert: 15,3 Punkte (+ 5,7). „Die rekordhohen Ersparnisse lassen auf Nachholeffekte in der privaten Altersvorsorge hoffen“, glaubt der GDV-Hauptgeschäftsführer.

Im Vergleich zu den anderen beiden Hauptsparten bleibt die Stimmung in der Schaden- und Unfallversicherung verhalten. Für die kommenden Monaten erwarten die Unternehmen weiterhin ein tendenziell schwaches Wachstum. Deutlich eingetrübt hat sich die Stimmung vor allem in der Kfz-Versicherung. Für Asmussen ist auch dies eine Folge der absehbaren Rückkehr zur Normalität: „Nach einem vergleichsweise geringen Schadenaufkommen 2020 dürften die Leistungen in der Kraftfahrtversicherung in diesem Jahr wieder steigen.“

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