Sol­vency II

Sol­venz­lage der Ver­si­che­rungs­bran­che kon­stant gut

Die Solvenzsituation der deutschen Versicherungsbranche ist auch 2017 gut. Nach Einschätzung des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wird die so genannte Bedeckungsquote zum 31.12.2017 in der Lebensversicherung über dem Vorjahreswert von 344 Prozent liegen, in der Schaden-/Unfallversicherung dürfte die Quote stabil bleiben.

Die Unternehmen müssen bis zum 7. Mai ihren „Bericht zur Solvabilität und Finanzlage“ (SFCR) veröffentlichen, der neben einer Vielzahl von Informationen auch Angaben zur Bedeckungsquote enthält. Nach Berechnungen des Verbandes und den bereits veröffentlichten Daten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) für das vierte Quartal 2017 ist die Bedeckungsquote - also das Verhältnis der verfügbaren zu den aufsichtsrechtlich geforderten Eigenmitteln – in der Lebensversicherung auf rund 382 Prozent gestiegen (4. Quartal 2016: 316 Prozent). In der Schaden-/Unfallversicherung belief sich die Bedeckungsquote laut BaFin im vierten Quartal 2017 auf rund 284 Prozent gegenüber 278 Prozent im Vergleichszeitraum. Dies ist auch eine Indikation für die Bedeckungsquote zum 31.12.2017.

Solvenzberichte vereinfachen

Den SFCR müssen nicht nur die deutschen Lebensversicherer, sondern europaweit mehrere tausend Versicherungsunternehmen aller Sparten veröffentlichen. Zwar richten sich die Berichte ausdrücklich auch an Versicherungsnehmer. Die Vielzahl an gesetzlich geforderten Detailinformationen macht die Berichte jedoch für Nicht-Experten nahezu unverständlich.

Um die Solvenzberichte auch für den interessierten Kunden lesbar zu machen, müsste den Unternehmen gestattet werden, sich auf wesentliche Informationen zu beschränken. Nach geltender Rechtslage ist es genau umgekehrt: Unternehmen müssen auch dann zu bestimmten Aspekten Auskunft geben, wenn sie gar nicht betroffen sind.


Doppelte Berichterstattung vermeiden

Wie die bisherigen Erfahrungen zeigen, werden die Berichte wenig gelesen. Angesichts gerade einmal zweistelliger Downloadzahlen bei vielen Unternehmen steht der Aufwand für die SFCR-Erstellung in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Hinzu kommt, dass die Unternehmen nicht nur den SFCR mit Stichtag 31.12.2017 veröffentlichen müssen, sondern für die Aufsichtsbehörden auch einen Bericht mit den Daten vom vierten Quartal 2017. Damit liefern die Versicherer zwei unterschiedliche Berichte zum selben Stichtag. Auch hier steht ein hoher Aufwand einem geringen Erkenntnisgewinn gegenüber.

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