Kie­ler Woche

Sicher auf dem Char­ter­törn

Ende Juni treffen sich traditionell mehrere tausend Segler mit ihren Schiffen von der Jolle bis zum Viermaster zur Kieler Woche. Wer kein eigenes Schiff besitzt, kann Segel- und Motoryachten auch chartern – nicht nur an der Ostsee, sondern an zahllosen Küsten weltweit. Der Versicherungsschutz des Vercharterers bietet dabei in der Regel nur eine Basis-Absicherung. Im Folgenden die wichtigsten Tipps rund um Versicherungen für Chartertörns.

Skipper-Haftpflichtversicherung

Hier gibt es vor allem zwei wichtige Vorteile: Erstens tritt die Skipper-Haftpflichtversicherung auch für Schäden an der Charteryacht ein, die vom Skipper grob fahrlässig verursacht werden. Dazu zählen etwa schwere Navigationsfehler: Wer in einen Hafen mit 1,50 Meter Wassertiefe einfährt, die Charteryacht aber einen Tiefgang von 2,50 Metern hat, ist mit der Skipper-Haftpflichtversicherung gegen die finanziellen Folgen dieses Manövers abgesichert.
Zweitens schützt die Versicherung nicht nur den Skipper, sondern die ganze Mannschaft – auch Haftpflichtansprüche der Crew untereinander sind abgesichert. Und die können bei einem Unfall und entsprechenden Bergungs- und Rettungsmaßnahmen schnell sehr hoch ausfallen.

Weiterhin deckt die Skipper-Haftpflichtversicherung in der Regel weitere Risiken ab: Wenn das Schiff nach einem Unfall repariert werden muss und für eine Weile nicht mehr ausgeliehen werden kann, zahlt die Skipper-Haftpflicht die Einnahmeausfälle des Vercharterers. Wird die Charteryacht in einem ausländischen Hafen beschlagnahmt, übernimmt die Versicherung die zu zahlende Sicherheitsleistung. Ebenso abgesichert sind Hotel- und Transportkosten und etwaige Vermögensschäden.


Reise-Rücktrittsversicherung

Wer eine Yacht chartert, sollte sich auch dagegen absichern, dass er die Reise nicht antreten kann. Das gilt insbesondere für den Skipper. Fällt er aus, kann im schlechtesten Fall die ganze Reise ins Wasser fallen. Daher gibt es spezielle Formen der Reiserücktrittsversicherungen: Kann der Skipper die Reise nicht antreten und muss deshalb der gesamte Törn abgesagt werden, zahlt die Versicherung die kompletten Stornokosten – für den Skipper und für die Crew. Bei einem Abbruch der Reise sind auch die anteiligen Charterkosten für die nicht genutzte Zeit versichert, ebenso die Kosten für die Rücküberführung einer Yacht, wenn der Skipper während des Törns ausfällt.

Bei manchen Anbietern ist in der Reise-Rücktrittsversicherung auch schon eine weitere Versicherung enthalten:

Insolvenzversicherung

Anders als Reiseveranstalter sind Vercharterer in der Regel nicht gesetzlich verpflichtet, einen Sicherungsschein für den Fall einer Insolvenz auszustellen. Das heißt: Ist der Vercharterer pleite, können im schlimmsten Fall die hohen Chartergebühren weg sein – dagegen kann man sich aber mit einer Insolvenzversicherung schützen.

Kautionsversicherung

Auch wenn Charteryachten vollkaskoversichert sind, gibt es in der Regel eine Selbstbeteiligung, die der Höhe der Kaution entspricht – das können je nach Schiff und Fahrtgebiet mehrere tausend Euro sein. Eine Kautionsversicherung schützt davor, dass diese Kaution nicht zurückgezahlt wird – in der Regel sogar unabhängig davon, ob der Vercharterer das Geld rechtmäßig oder unrechtmäßig einbehält.

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