Die schönste Ver­si­che­rungs­sa­che der Welt

Schutz vor der dunklen Seite für Lukes Licht­schwert

Ende Mai kommt mit „Solo“ ein neuer Film der „Star Wars“-Saga in die Kinos. Ein zentrales Element aller Streifen ist das Lichtschwert. Das Original aus dem ersten Film von 1977 liegt in einem Kuriositätenmuseum in den USA. Eine Versicherungspolice über mehr als eine Million Dollar schützt es. Von Carola Felchner

Mit dem Wert der Dinge ist es so eine Sache. Man muss daran glauben. Wenn zum Beispiel ein Kuriositätenmuseum 450.000 Dollar für eine 40 Jahre alte Requisite aus einem Hollywoodfilm ausgibt, könnten nüchterne Zeitgenossen das für einen ziemlich hohen Preis halten. Millionen glühender „Star Wars“-Anhänger in aller Welt dagegen werden zu einem anderen Schluss kommen.

Denn immerhin geht es hier nicht um irgendeine Requisite, sondern um ein Lichtschwert. Genauer gesagt, um das Original-Lichtschwert, das Luke Skywalker 1977 im ersten „Star Wars“-Film „Eine neue Hoffnung“ von Jedi-Guru Obi-Wan Kenobi erhält – und das er drei Jahre später in „Das Imperium schlägt zurück“ verliert, als ihm sein schwarzbehelmter Vater Darth Vader im Lichtschwertgefecht die rechte Hand absäbelt. Da sind 450.000 Dollar doch wohl gut angelegtes Geld.

Im Prinzip ist das Lichtschwert nur ein alter Fotoblitzaufsatz

Gezahlt hat diesen Preis im vergangenen Jahr eine US-amerikanischen Franchise-Kette namens „Ripley’s – Believe it or not“, die in aller Welt Kuriositätenmuseen betreibt. Sie erstand das Schwert auf einer Auktion in Hollywood, auf der zahlreiche Devotionalien aus dem Fundus von Gary Kurtz unter den Hammer kamen, dem Produzenten der ersten beiden „Star Wars“-Filme.

Dass die fiktive Waffe einmal einen solchen Preis erzielen würde, hätte sich zu Beginn der Dreharbeiten niemand ausmalen können. Auch wenn sie ein zentrales Element der Saga ist – ihr Materialwert ist bescheiden. Das Lichtschwert, dessen Griff eine Länge von 30 Zentimetern und einen Durchmesser von knapp vier Zentimetern hat, besteht im Wesentlichen aus einem Blitzaufsatz, der zu einer Graflex-Fotokamera aus den Dreißigerjahren gehörte. Das Graflex-Logo ist noch immer darauf zu erkennen.

„Wir haben das Schwert gekauft, um unsere ‚Star Wars‘-Kollektion zu ergänzen“, sagte Edward Meyer, Vize-Präsident der Museumskette, im Anschluss an die Auktion. „Es ist das eindrucksvollste und wichtigste Requisit.“ Aber bei Weitem nicht das einzige. Neben dem Schwert besitzt Ripley’s unter anderem Chewbaccas Kostüm, den Kopf von C-3PO und eine viereinhalb Meter große Replik von Han Solos Weltraumfrachter „Millennium Falcon“ aus fast einer Million Streichhölzern.

Geht das Schwert zu Bruch, wird es für die Versicherung teuer

All diese Devotionalien sind natürlich gut gegen Beschädigung und Diebstahl versichert – schließlich beruht auf ihnen der Erfolg der Museumskette. „Wir versichern jedes Stück mit ungefähr seinem 2,5-fachen Wert“, sagt Ripley’s-Pressesprecherin Suzanne Smagala-Potts, ohne ins Detail gehen zu wollen. Das wären im Fall des Lichtschwerts also etwas mehr als 1,1 Millionen US-Dollar.

Momentan braucht der Schwertkorpus eine Versicherung vermutlich besonders dringend: Er wird zum 100. Geburtstag von Ripley’s das Jahr über von Standort zu Standort touren – vermutlich nicht ganz zufällig parallel zum neuen Filmableger „Solo“ über die jungen Jahre des Helden Han Solo. Denn die Macht der Film-Sage ist noch immer groß.

Zur Startseite
Auch inter­essant