Senio­ren im Rei­se­fie­ber

Rent­ner geben mehr Geld für Urlaub aus als je zuvor

Die Senioren von heute leben immer aktiver, das zeigt sich auch am veränderten Reiseverhalten: Menschen über 65 Jahre geben mehr pro Reise aus als jüngere und machen lieber Städtetrips als Erholungsurlaub.

Die Ausgaben der Rentner sind in den letzten zehn Jahren auf Rekordniveau gestiegen. Das zeigt eine exklusive Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) e.V. für die Initiative „7 Jahre länger“.

2015 haben deutsche Rentner demnach für ihren Urlaub durchschnittlich 970 Euro pro Person und Reise ausgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein leichter Anstieg um 0,3 Prozent. In zehn Jahren sind die Ausgaben je Reise damit um 9,1 Prozent gestiegen. Damit haben Senioren auch etwas mehr Geld für eine Urlaubsreise aufgewendet als der durchschnittliche Deutsche, der 2015 rund 965 Euro ausgab. „Viele ältere Menschen haben heute die finanzielle und persönliche Freiheit, um zu reisen“, sagt FUR-Studienleiter Philipp Wagner.

Für die aktuelle Reiseanalyse hat die FUR insgesamt mehr als 7.000 Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit im Alter ab 14 Jahren in persönlichen Interviews befragt, darunter rund 1.800 im Alter ab 65 Jahren. Zeitreihen wurden auf Grundlage vergleichbarer Untersuchungen der FUR für die Jahre 2002 bis 2014 durchgeführt.

Ostdeutsche Rentner haben das höchste Reisebudget

Bei den Urlaubsausgaben gibt es allerdings deutliche regionale Unterschiede. Besonders stark sind die Reiseausgaben der Rentner in den ostdeutschen Bundesländern gestiegen (+26,3 Prozent). Mit rund 1.000 Euro pro Person geben sie heute im Vergleich zu anderen Regionen am meisten pro Urlaubsreise aus. Das ist kein Zufall, denn laut den Statistiken der Deutschen Rentenversicherung werden zwischen Ostsee und Erzgebirge die höchsten gesetzlichen Renten gezahlt. Auch süddeutsche Rentner haben mit 992 Euro pro Person überdurchschnittlich viel Geld für den Urlaub ausgegeben.

Das Reisebudget von Senioren aus dem Norden liegt mit 950 Euro hingegen etwas unter dem Durchschnitt. Und auch Senioren aus dem Westen (Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) geben mit 938 Euro weniger für eine Urlaubsreise aus.

Gesundheitsurlaub ade – Stadt- und Kulturreisen sind gefragt

Das Reiseverhalten von Rentnern hat sich in den letzten zehn Jahren nicht nur hinsichtlich der Budgets verändert. Die Urlaubsaktivitäten und Reisearten sind vielfältiger geworden. Während in der Gesamtbevölkerung beinahe die Hälfte aller Urlaubsreisen auf Strand- oder Familienurlaub entfallen, sind es bei den Älteren nur 35 Prozent. „Für Familien mit Kindern sind das die mit Abstand beliebtesten Reisearten“, so Wagner. „Ältere Menschen sind hingegen ungebundener und entscheiden sich auch deshalb öfter für Kultur-, Stadt- und Naturreisen.“

Urlaubsarten 2015 von Reisenden 65+ (im Vergleich zu 2005)
ReiseartReisende 65+Alle Urlauber
Kultur-, Rund-, Studienreisen, Sightseeing18,7 % (+1,8)12,4 % (+1,6)
Familien- und Besuchsreisen16,3 % (-0,8)23,0 % (+1,9)
Strand-, Bade-, Sonnenurlaub14,8 % (+4,6)23,5 % (+3,9)
Erholungsurlaub13,6 % (-0,4)11,7 % (-3,2)
Natururlaub12,7 % (+0,9)7,1 % (+0,4)
Aktiv- und Erlebnisurlaub12,4 % (-2,7)12,5 % (-3,0)
Gesundheitsurlaub6,6 % (-1,9)2,1 % (-1,1)
Sonstiges4,0 % (+0,1)6,9 % (+1,2)
k.A.0,7 % (-1,9)0,6 % (-1,9)


Gut zwei Drittel aller Rentner sind 2015 verreist

Insgesamt haben knapp zwei Drittel (64,5 Prozent) der über 65-jährigen im vergangenen Jahr wenigstens eine Urlaubsreise von mindestens fünf Tagen Dauer unternommen. Bei den jüngeren Alten zwischen 65 und 75 waren es sogar 72,7 Prozent. Damit liegen die Älteren etwas unter dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung (76,3 Prozent). Dafür ist die Wahrscheinlichkeit jedoch etwas größer, dass ältere Reisende mehrfach im Jahr in die Fremde fahren: Reisende im Alter 65+ machten 2015 im Durchschnitt 1,4 Urlaubsfahrten im Jahr, in der Gesamtbevölkerung waren es 1,3.

Für die aktuelle Reiseanalyse hat die FUR insgesamt mehr als 7.000 Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit im Alter ab 14 Jahren in persönlichen Interviews befragt, darunter rund 1.800 im Alter ab 65 Jahren. Zeitreihen wurden auf Grundlage vergleichbarer Untersuchungen der FUR für die Jahre 2002 bis 2014 durchgeführt.

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