LVRG-Eva­lu­ie­rung

Reform der Lebens­ver­si­che­rung ist gelun­gen

Das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) wirkt – das bestätigt der Evaluationsbericht des Bundesfinanzministeriums. Nun soll das LVRG an einigen Punkten nachjustiert werden. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft begrüßt insbesondere den Vorschlag zur Änderung der Zinszusatzreserve.

Wie der Bericht zeigt, hat die Neuregelung der Beteiligung an den Bewertungsreserven die vorhandenen Mittel generationengerechter zwischen den ausscheidenden und den verbleibenden Kunden verteilt. Zudem wurde die Sicherheit der Lebensversicherung im Niedrigzinsumfeld gestärkt.

Faire Lastenteilung

Auch die angestrebte faire Lastenverteilung zwischen Unternehmen, Vermittlern und Kunden ist gelungen. Die Kosten, die Kunden für den Abschluss einer Lebensversicherung zahlen, sind im Durchschnitt um mehr als ein Fünftel gesunken. Dadurch sind die Rückkaufswerte für die Kunden insbesondere in den ersten fünf Jahren deutlich gestiegen.

Pflicht zum Verlustausgleich schafft Sicherheit

Das LVRG hat auch die Eigentümer beziehungsweise Aktionäre der Lebensversicherer in die Pflicht genommen. So hat die Regelung zur Ausschüttungssperre, die die Zahlung einer Dividende an ausreichend hohe Rückstellungen für zugesagte Garantien knüpft, laut Bundesfinanzministerium den Abfluss von Mitteln aus den Unternehmen effektiv begrenzt. Besteht ein Gewinnabführungsvertrag, ist die Muttergesellschaft dazu verpflichtet, eventuell entstehende Verluste auszugleichen. Damit wird die Sicherheit für die Versicherten noch erhöht.

Weiterentwicklung des LVRG

Das Bundesfinanzministerium zieht ein positives Fazit des LVRG, sieht aber an einigen Punkten Nachbesserungsbedarf. Die wichtigsten Aspekte sind aus Sicht der Versicherungswirtschaft:

  • Zinszusatzreserve
    Die vom Bundesfinanzministerium vorgeschlagene Änderung der Zinszusatzreserve ist sinnvoll und sollte zeitnah umgesetzt werden. Ziel ist es, die Reserve in kleineren Schritten als bisher aufzubauen und die spätere Auflösung über einen längeren Zeitraum zu strecken. Zu begrüßen ist auch die geplante Erstattung von Reservemitteln, die aus Eigenkapital zum Aufbau der Reserve bereitgestellt wurden. 
  • Begrenzung der Abschlusskosten
    Kritisch ist der Vorschlag zur Einführung eines gesetzlichen Provisionsdeckels zur weiteren Absenkung der Abschlusskosten. So sind die Kosten seit Einführung des LVRG bereits deutlich zurückgegangen. Die einkalkulierten Abschlusskosten – also die Kosten, die vom Beitrag der Kunden insbesondere in den ersten fünf Jahren der Vertragslaufzeit abgezogen werden – sind um mehr als 20 Prozent gesunken.
    Die Verringerung der einkalkulierten Abschlusskosten ist auch auf die Absenkung der Abschlussprovisionen für Vermittler zurückzuführen. Diese Abschlussprovisionen sind deutlich um 13 Prozent gesunken. Zudem wurde die Vergütung der Vermittler stärker an die Betreuung der Kunden gekoppelt und die Provision für die laufende Betreuung erhöht. Dennoch ist die Vergütung auch insgesamt gesunken. Die Vermittler erhalten zusammengenommen etwa 5 Prozent weniger Vergütung von den Versicherern als vor der Einführung des LVRG. 
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