Die schönste Ver­si­che­rungs­sa­che der Welt

Oscar­ver­lei­hung mit dem Tay­lor-Bur­ton-Dia­man­ten

Die Verleihung Oscars steht wieder an - ein Glamourevent, zu dem edler Schmuck so selbstverständlich gehört wie die goldene Trophäe selbst. Filmdiva Liz Taylor trug zu diesem Anlass 1970 einen der teuersten Diamanten der Welt – unter strengen Versicherungsauflagen. Von Carola Felchner

„Cleopatra“, „Giganten“, „Die Katze auf dem heißen Blechdach“: Wenn Liz Taylor auf der Leinwand erschien, ging es um das ganz große Drama, um Intrigen und Rachegelüste, um Affären und Liebesschwüre. Eine der romantischsten Episoden ihres Lebens spielte aber nicht vor, sondern hinter der Kamera. Die Hauptrollen darin spielten: Taylor selbst, ihr zweimaliger Ehemann Richard Burton – und eine Versicherung.

Es geschah im Vorfeld der Oscar-Verleihung von 1970, jenem Ereignis, zu dem Hollywoods Diven traditionell in den edelsten Kleidern über den roten Teppich schweben, mit funkelnden Ringen, und Colliers im Wert von mehreren Millionen Dollar – das dürfte auch dieses Jahr am 4. März wieder so sein. 

Taylors Auge war damals auf ein besonders glamouröses Schmuckstück gefallen: einen Diamanten von 69,42 Karat in Bienenform. Deren Besitzerin Harriert Annenberg Ames, Frau eines vermögenden Kunstmäzens, ließ den Stein 1969 versteigern, weil sie das wertvolle Stück kaum zu tragen wagte.

Nie zuvor wurde mehr für einen Diamanten bezahlt

Taylors Mann Burton war fest entschlossen, seiner Angebeteten den Diamanten als Geschenk der Liebe zu überreichen. Doch sein Gebot von einer Million US-Dollar lag knapp unter dem eines Juweliers. Dessen 1.050.000 Dollar waren der mit Abstand höchste Preis, der je für einen Diamanten bezahlt worden war.

„Ich war rasend darüber, dass ich den Stein nicht bekommen hatte“, erzählte Burton später. „Elizabeth sagte zwar, dass im Leben Wichtigeres gebe, aber ich wollte diesen Stein und wenn er mich zwei Millionen oder mein Leben gekostet hätte.“

Und am Ende gab der Juwelier Burtons stürmischem Drängen nach. Er verkaufte ihm das begehrte Schmuckstück – für 1,1 Millionen Dollar. Da der Diamant Taylor zu groß war, um ihn in seiner ursprünglichen Form, als Ring, zu tragen, ließ sie ihn für weitere 80.000 Dollar zu einem Collier umarbeiten.

Das Geschenk der Liebe kommt erneut unter den Hammer

Wie ihre Vorbesitzerin erkannte natürlich auch Taylor das Risiko, das der Besitz eines so kostbaren Stücks mit sich brachte. Deshalb schloss sie eine Police im Umfang über einer Million Dollar ab.

Der Versicherungsvertrag sah allerdings strenge Auflagen vor – unter anderem, dass Taylor den Stein nur 30 Tage pro Jahr und ausschließlich in Begleitung von Sicherheitskräften tragen durfte. Für den Auftritt bei den Oscars ließ die Diva extra ein blau-violettes Chiffon-Kleid anfertigen, das den Diamanten (und natürlich Taylor selbst) würdig in Szene setzen sollte.

Nach der zweiten Scheidung von Taylor und Burton im Jahr 1978 verkaufte die Schauspielerin den inzwischen „Taylor-Burton-Diamond“ genannten Stein an den Juwelier Henry Lambert. Heute ist das inzwischen auf fast 19 Millionen Dollar geschätzte Stück im Besitz von Mouawad: Magnificent Jewelry and Watches – und dürfte mit einem Vielfachen der damaligen Summe versichert sein.

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