Poli­ti­sche Posi­tio­nen 2015

Natur­ge­fah­ren vor­beu­gen und ver­si­chern

Schadenregulierung ist Kernaufgabe der deutschen Versicherer. Das haben sie nach der Sommerflut 2013 eindrücklich unter Beweis gestellt. Auch wenn das vergangene Jahr glimpflich verlief: Klimastudien belegen, dass sich Deutschland in den kommenden Jahrzehnten auf immer heftigere Wetterextreme vorbereiten muss. Wie ein Vorbote dessen hat der Sturm „Niklas“ dies im Frühjahr dieses Jahres mit Windgeschwindigkeiten bis zu 140 Stundenkilometern bekräftigt.

Von besonderer Bedeutung ist deshalb die Risikoprävention. Diese Aufgabe der deutschen Versicherer, Schäden zu verhüten und Gefahren zu vermeiden, macht sie zu gefragten Partnern und Beratern der Vorsorge vor den Folgen des Klimawandels. Denn nur wer die Gefahren kennt, kann sich wirksam davor schützen. Nach Einschätzungen führender Klimaforscher werden die Schäden aus Sommergewittern, Hagelschlägen, Sturzfluten und Hochwasser künftig doppelt bis dreifach so hoch sein wie heute. Und das nicht nur durch Überschwemmungen an den Flussläufen von Rhein, Donau und Elbe, sondern etwa auch durch Starkregen, die in den versiegelten Flächen der Städte Kanalisation und Keller überfluten.

Die Schadenereignisse der vergangenen Jahre zeigen, dass ein großer Teil aller Überflutungsschäden aus Wetterextremen gerade nicht in klassischen Hochwassergebieten lagen. Es wäre deshalb fatal, sich abseits großer Flüsse in Sicherheit zu wiegen. Praktisch alle Risiken gegen Elementarschäden sind privat versicherbar. Dennoch liegt die Versicherungsdichte gegenwärtig erst bei knapp 40 Prozent. Was aber ist zu tun, um Elementarversicherungsschutz in die Breite zu tragen und zugleich mehr Menschen vor den wachsenden Gefahren aus Wetterextremen zu schützen? Zu nennen sind drei Dinge:

1. Risikobewusstsein schärfen

Erstens muss das Risikobewusstsein der Menschen geschärft werden. Deshalb setzt sich die Versicherungswirtschaft für eine bundesweite Informationskampagne und ein Naturgefahrenportal ein, das Einblick in Gefährdungslagen und Vorsorgemöglichkeiten gibt.

2. Präventive Maßnahmen verstärken

Zweitens müssen präventive Maßnahmen verstärkt werden, damit Schäden schon im Entstehen vermieden werden können. Der staatliche Hochwasserschutz ist in den vergangenen Jahren gut vorangekommen. Darüber hinaus können angepasste Flächennutzungspläne, verändertere Bauordnungen und individuelle Prävention die Gefährdungslage nachhaltig verändern. Ein hilfreiches Instrument, Risiken zu erkennen und Schäden vorzubeugen, ist der Hochwasserpass. Er hilft Gefährdungen einer Immobilie durch Überschwemmung, Starkregen oder Kanalrückstau zu identifizieren und mit professioneller Hilfe daraus individuelle Schutzmaßnahmen abzuleiten und baulich umzusetzen. Häufig sind solche Präventionsmaßnahmen der Schlüssel zu bezahlbarem Versicherungsschutz.

3. Mehr Versicherungsschutz

Drittens muss gemeinsam darüber nachgedacht werden, wie privater Versicherungsschutz stärker in die Breite getragen werden kann. Elementarschadenkampagnen, das belegen die Zahlen in einigen Bundesländern, haben die Versicherungsdichte dort deutlich steigen lassen, wo staatliche Stellen, Verbraucherschutz, Ingenieurkammern, Versicherer und viele andere über Risiken aufgeklärt haben – mit klaren Aussagen zu den Grenzen staatlicher Hilfeleistungen im Schadenfall.

Mit diesem Dreiklang aus Risikoaufklärung, Schadenprävention und Versicherungsschutz lassen sich die mitunter katastrophalen Folgen aus Naturgefahren und Wetterextremen wirksam begrenzen.

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