Fol­gen extre­mer Wet­ter­la­gen

Natur­ge­fah­ren: Prä­ven­tion för­dern, Bür­ger sen­si­bi­li­sie­ren, Eigen­ver­ant­wor­tung stär­ken

Der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen spricht sich für ein Maßnahmenpaket zur Naturgefahrenabsicherung aus. Vieles davon unterstützt der GDV - eine Pflicht­ver­si­che­rung wäre jedoch grundfalsch

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) unterstützt ausdrücklich viele der heutigen Vorschläge des Sachverständigenrates für Verbraucherfragen: Präventionsmaßnahmen  fördern, das Baurecht an Naturgefahren anpassen, Starkregenrisiken systematisch erfassen und Verbraucher verständlich und transparent über Naturgefahrenrisiken informieren. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, Bürger für die Gefahren zu sensibilisieren. Sie helfen, Schäden zu vermeiden, Menschen und Sachwerte zu schützen.

Eine Versicherungspflicht lehnt der GDV hingegen ab. Verbraucher sollen frei entscheiden können, sich zu versichern oder das Risiko selbst zu tragen. Bei einer Pflichtversicherung blieben staatlicher, kommunaler und individueller Hochwasserschutz auf der Strecke – mehr Schäden und steigende Beiträge wären die Folge.

In Deutschland wurde die Einführung einer Pflichtversicherung gegen Naturgefahren seit dem Jahr 2002 durch verschiedene Ministerien sowie Bund und Länder intensiv geprüft und verworfen. Auch das EU-Parlament hatte sich 2014 gegen die Einführung einer europaweiten Pflichtversicherung ausgesprochen.

Besser ist es, Schäden zu vermeiden durch Information, Schutzmaßnahmen und Vorsorge. Dafür setzen sich Versicherer aktiv ein, beraten und bieten finanziellen Risikoschutz an. Die Versicherungsdichte steigt seit Jahren kontinuierlich (2002: 19 Prozent, aktuell: 43 Prozent). Über 100 Versicherer bieten bezahlbaren Schutz an, das Angebot ist groß. 

Um Verbraucher für die Risiken und Präventionsmaßnahmen zu sensibilisieren, fordert die Versicherungswirtschaft ein bundesweites Informationssystem für jedermann und eine bundesweite Kampagne zur Aufklärung. Auch die Umweltminister von Bund und Ländern sowie die Ministerpräsidenten der Länder haben sich wiederholt dafür ausgesprochen. Versicherer bieten an, ihre Erfahrungen einzubringen.

In aller Regelmäßigkeit durchziehen Unwetter und Überschwemmungen Städte und Kommunen in Deutschland.  Wenn die Schäden zum medialen Ereignis werden, wird reflexartig der Ruf nach einer Pflichtversicherung gegen Hochwasser laut. Der Gedanke liegt nahe, ist aber dennoch grundfalsch – aus 7 Gründen, die Sie hier nachlesen können.

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