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Vekehrs­ge­richts­tag 2015

Mehr Anstren­gun­gen in der Ver­kehrs­si­cher­heit not­wen­dig

Deutschland muss nach Ansicht von Alexander Erdland noch mehr tun, um die selbstgesteckten Ziele in der Verkehrssicherheit zu erreichen. Zum Auftakt des 53. Deutschen Verkehrsgerichtstags am Donnerstag in Goslar appellierte er an Politik und Unternehmen, die gemeinsamen Anstrengungen zu verstärken. „Wir haben uns 2010 das Ziel gesetzt, innerhalb von zehn Jahren die Zahl der Verkehrstoten um 40 Prozent zu senken. In knapp der Hälfte der Zeit ist bisher die Zahl der Verkehrstoten nur um zehn Prozent gesunken. Da bleibt viel zu tun“, sagte der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Leitbild der Verkehrspolitik in Deutschland ist die „Vision Zero“, die vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) formuliert wurde. Langfristig sollen Todesfälle im Verkehr ganz vermieden werden. Als Zwischenziel soll bis 2020 die Zahl der Verkehrstoten gegenüber 2010 um 40 Prozent sinken. Dazu haben sich die Politik und andere Akteure – darunter Automobilhersteller, Verkehrsclubs und Versicherer – verpflichtet. Für Deutschland würde das bedeuten, dass bis 2020 die Zahl der Unfalltoten auf unter 2.000 sinkt. Im vergangenen Jahr starben nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes allerdings noch rund 3.300 Menschen im Straßenverkehr.

Landstraßen sind besonders gefährlich

Handlungsbedarf sieht Erdland vor allem bei Landstraßen , wo rund 60 Prozent aller Verkehrstoten zu beklagen seien. „Wir kennen wirksame Maßnahmen vor allem gegen Motorrad- und Baumunfälle“, sagte Erdland. Auf deren Konto ginge allein ein Viertel aller auf Landstraßen getöteten Verkehrsteilnehmer. „Hier hilft vor allem Geld für den Einbau von Schutzplanken und manchmal auch die Bereitschaft, Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Überholverbote anzuordnen“, betonte Erdland. So ließen sich auch schnell Erfolge erzielen.

Als weiteres Problem nannte Erdland den Radverkehr. Es gebe immer mehr Menschen, die auf Fahrrädern alkoholisiert Unfälle verursachten. Der GDV-Präsident unterstützt daher den Vorschlag des DVR und der Deutschen Polizeigewerkschaft für eine 1,1 Promille-Grenze für Radfahrer . „Ich halte diesen Vorstoß für sehr vernünftig.“ Die Diskussion dürfe sich aber nicht nur darauf beschränken. Nötig seien auch mehr Investitionen in eine sichere Infrastruktur, so Erdland. „Viele Städte fördern und fordern im Zuge einer ökologischen Neuausrichtung den Radverkehr. Dann ist es aber auch erforderlich, eine entsprechend sichere Infrastruktur zu schaffen.“

Weniger Verkehrstote mit eCall

Eine Verbesserung erwartet Erdland auch von der Einführung des automatischen Notrufsystems eCall. Ab 2018 werden neu zugelassene Fahrzeuge mit dem System ausgestattet, das nach einem schweren Unfall einen Notruf auslöst und dem Rettungsdienst die Position des Autos sowie die letzte Fahrtrichtung übermittelt. Verletzte können so schneller versorgt werden. „Das ist ein wichtiger Schritt, um die Zahl der Verkehrstoten zu senken“, sagte Erdland.

Die eCall-Technik kann auch für andere Zwecke genutzt werden, etwa für die schnelle Hilfe bei einer Panne oder für die Ortung des Fahrzeugs nach einem Diebstahl. Vor dem Hintergrund begrüßte der GDV-Präsident die Ankündigung der EU, die Autohersteller gesetzlich zum Einbau einer standardisierten und offenen Schnittstelle für den Datentransfer zu verpflichten. „Damit ist sichergestellt, dass der Verbraucher frei entscheiden kann, bei wem er bestimmte Dienstleistungen nachfragt – und nur damit ist ein fairer Wettbewerb zwischen den verschiedenen Anbietern gesichert.

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