Ver­kehrs­ge­richts­tag 2019 - Arbeits­kreis VI

LKW-Unfälle mit Not­brems- und Abbie­ge­as­sis­ten­ten ver­hin­dern

Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) fordert, alle LKW verpflichtend mit Abbiegeassistenten und der neuesten Generation von Notbremsassistenten auszurüsten, die vor stehenden Hindernissen bis zum Stillstand bremsen können.

So könnten zwei typische und häufig tödliche Unfallszenarien verhindert werden, sagt UDV-Chef Siegfried Brockmann: “Auf der Autobahn sterben immer wieder Menschen, weil abgelenkte oder übermüdete LKW-Fahrer ungebremst in ein Stauende hineinfahren. Im Stadtverkehr sterben Radfahrer und Fußgänger, wenn LKW-Fahrer sie beim Abbiegen übersehen.“

Obwohl auf der rechten LKW-Seite inzwischen vier Spiegel vorgeschrieben sind, hat sich die Situation bei den Abbiegeunfällen nach Erkenntnissen der UDV bisher nicht gebessert. Unfälle beim Rechtsabbiegen  verlaufen in aller Regel sehr schwer: In über 90 Prozent aller Unfälle zwischen rechtsabbiegenden LKW und Radfahrern wurden die Radfahrer schwer verletzt oder getötet. Abbiegeassistenten können Radfahrer und Fußgänger im ‚toten Winkel‘ rechtzeitig  erkennen, den Fahrer warnen und bei ausbleibender Reaktion auch selbst eine Bremsung einleiten. Abbiegeassistenten könnten jedes Jahr etwa 30 Leben retten. „Sie sollten daher gesetzlich verpflichtend in jeden neuen LKW eingebaut und in allen älteren LKW nachgerüstet werden“, fordert Brockmann.

Auch Notbremsassistenten sind als technische Helfer nach Ansicht der UDV wichtig. Sie unterstützen, wenn der Fahrer aufgrund der monotonen Fahrt oder wegen fehlender Rastplätze müde ist und nicht optimal reagiert. Notbremsassistenten sind bereits vorgeschrieben, allerdings spiegelt die Norm nicht den letzten Stand der Technik wider: Technisch möglich wäre eine Bremsung bis zum Stillstand, im Idealfall also eine völlige Vermeidung der Kollision. Vorgeschrieben ist bei einer Bremsung auf ein Stauende aber nur eine Verringerung der Geschwindigkeit von 80 auf 60 km/h. „Die Vorschrift muss jetzt schnell angepasst werden, umso mehr, da diese Assistenten nicht nachrüstbar sind“, so Brockmann.

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