Fuß­ball-Bun­des­liga

Kann sich der HSV noch gegen den Abstieg ver­si­chern?

Die Meisterschaft längst entschieden, die Champions-League-Startplätze vergeben – und trotzdem ist das Finale der Bundesliga so spannend wie selten. Vor dem Anpfiff des letzten Spieltages sind in der Bundesliga noch sechs Mannschaften vom Abstieg bedroht, darunter durchaus große Namen wie der Bundesliga-„Dino“ Hamburger SV oder der VFB Stuttgart. Bei einem Abstieg wird nichts das Leiden der Fans lindern können – eine Versicherung gegen sportlichen Misserfolg kann aber den Schaden für die Vereinskasse begrenzen.

Für Bundesliga-Absteiger folgt nach der sportlichen in der Regel auch eine finanzielle Misere. Die ökonomische Fallhöhe wird schon durch die Verteilung der Fernsehgelder deutlich: In der kommenden Saison können 18 Bundesligisten rund 530 Millionen Euro unter sich aufteilen, für die 18 Zweitligisten bleiben nur etwa 130 Millionen Euro. Wer vom Abstieg nicht auch finanziell ins Mark getroffen werden will, kann aber mit einer sogenannten Prize-Indemnity-Versicherung vorsorgen.

Prämien richten sich nach den Wettquoten

Die Prize-Indemnity-Versicherung ersetzt Einnahmeausfälle wie entgangene Sponsoren- oder Fernsehgelder, falls bestimmte sportliche Ziele nicht erreicht werden. Die Wahrscheinlichkeit eines Versicherungsereignisses – und damit auch die Prämienhöhe – wird anhand der Wettquoten ermittelt: Das macht die Policen für Wackelkandidaten recht teuer und in vielen Fällen unattraktiv.

„Zum jetzigen Zeitpunkt den Versuch zu starten, den HSV gegen den Abstieg abzusichern, würde wenig Spaß bereiten“, sagte der Sportversicherungsmakler Dieter Prestin schon Ende April der Deutschen Presse-Agentur . Mittlerweile dürfte der Spaß ganz vergangen sein – das letzte verbliebene Gründungsmitglied der Bundesliga steht auf einem Abstiegsplatz und kann sich nur noch retten, wenn die Konkurrenten patzen.

Vor einer vollkommen anderen Situation steht Borussia Dortmund: Der Verein hatte sich zuletzt gleich vier Mal hintereinander für die Champions League qualifiziert. Auch wenn der BVB diesen Erfolg in der aktuellen Saison nicht wiederholen konnte, fällt der Verein dank kluger Vorsorge eher weich: Wie aus dem Wertpapierprospekt des einzigen börsennotierten Bundesligisten hervorgeht, hat Borussia Dortmund eine Einnahmeausfallversicherung für die Champions League abgeschlossen. So dürfte trotz des sportlichen Krisenjahres ein stattlicher Millionenbetrag auf dem Konto landen.

Auch der Erfolgsfall ist versicherbar

Prize-Indemnity-Versicherungen gibt es in verschiedenen Varianten, sogar auch für den Erfolgsfall. Damit lassen sich beispielsweise die Prämien versichern, die der Verein bei Erreichen der Meisterschaft an seine Spieler auszahlt. Die Policen eignen sich auch für Sponsoren, die ihr finanzielles Engagement mit dem sportlichen Abschneiden des Vereins verknüpfen. Auch sie können einen möglichen Mehraufwand absichern. Gleiches gilt für Unternehmen, die Marketing-Maßnahmen wie etwa Verlosungen oder Sonderrabatte vom Ausgang einer Meisterschaft abhängig machen.

Genutzt werden die Versicherungen darüber hinaus von Verbänden. Als Italien 2006 in Deutschland letztmalig Fußball-Weltmeister wurde, zahlt der italienische Verband jedem Spieler 250.000 Euro. Die Meisterprämie soll der Verband zuvor abgesichert haben – im Nachhinein eine kluge Entscheidung. Und so wie die italienische Mannschaft bei der WM in Brasilien aufgetreten ist, dürfte die Police für kommende Turniere auch wieder günstiger sein.

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