7 Jahre län­ger über den Good Aging Index

In die­sen Bun­des­län­dern altert man am bes­ten

Wo in Deutschland lässt sich der Ruhestand am besten verbringen? Ein Studie hat die Bundesländer anhand von 30 Kriterien bewertet, die ein gutes Alter ausmachen. Sieger im Vergleich ist das Saarland. Auch sonst gibt es einige Überraschungen.

Rentner im Saarland haben bundesweit die besten Lebensbedingungen. Im aktuellen „Good Aging Index“ im Auftrag der Initiative „7 Jahre länger“ landet das kleinste Flächenland mit 68,4 Punkten auf dem ersten Platz knapp vor Bremen (65,5) und Niedersachsen (65,4). Schlusslicht im Ländervergleich ist Sachsen-Anhalt mit 57,8 Punkten, der Bundesschnitt liegt bei 62,8 Zählern.

Für den Index haben die Sozialwissenschaftler Jürgen Bauknecht und Uwe Remer-Bollow die Verhältnisse anhand von 30 Faktoren bewertet – in den drei Bereichen „gesundes Altern/Wohlbefinden“, „finanzielle Sicherheit“ und „soziale Teilhabe“. Die Indikatoren umfassen sowohl objektiv messbare Kriterien als auch solche, die auf der Selbsteinschätzung der Befragten beruhen. In die Bewertung flossen unter anderem die fernere Lebenserwartung ab 60 mit ein, die Qualität der Pflegeheime, das verfügbare Einkommen der Rentner, ihr Gesundheitszustand sowie ihr Kontakt zu Freunden oder Familie.

Materieller Wohlstand prägt das Ranking entscheidend

Stark beeinflusst wird das Ranking von der finanziellen Lage – sowohl der Rentner als auch der öffentlichen Hand. „Einige Indikatoren messen den materiellen Wohlstand oder hängen indirekt davon ab“, sagt Studienleiter Bauknecht. Die schlechte Platzierung der ostdeutschen Bundesländer sei daher keine Überraschung, da dort die Älteren über geringere Vermögen verfügten und auch die Länder weniger Mittel für den Ausbau der sozialen Infrastruktur besäßen. Das Geld entscheidet jedoch nicht allein über die Platzierung: „Im Westen greift das gewohnte Wohlstandsgefälle von Süd nach Nord beispielsweise nicht“, betont Co-Autor Remer-Bollow.

Saarland punktet besonders bei sozialer Teilhabe und Gesundheit

Das Saarland zeigt insgesamt ein sehr homogenes Bild und führt die Teilbereiche „gesundes Altern“ und „soziale Teilhabe“ an. Auffallend viele Senioren dort verfügen beispielsweise über ein großes persönliches Netzwerk, auch mit ihrem Optimismus und ihrer Lebenszufriedenheit stechen die Saarländer deutlich hervor. Bei der finanziellen Sicherheit liegt das Land indes „nur“ an siebenter Stelle, hier hat Baden-Württemberg die Nase vorn.

Gesamtauswertung*

Bundesland

Gesamt-index

Index Gesundes Altern

Index Finanzielle Sicherheit

Index Soziale Teilhabe

Saarland

68,4

65,2

71,1

68,8

Bremen

65,5

58,5

70,1

67,9

Niedersachsen

65,4

58,6

73,0

64,5

Baden-Württemberg

65,2

56,8

73,6

63,1

Hessen

65,0

56,6

72,8

65,6

Schleswig-Holstein

64,6

56,5

73,5

63,8

Nordrhein-Westfalen

63,8

58,8

70,0

62,5

Hamburg

63,0

59,2

71,6

58,1

Bayern

62,7

54,2

71,9

62,0

Brandenburg

61,9

59,4

66,2

60,2

Rheinland-Pfalz

61,9

50,9

71,0

63,8

Berlin

61,4

57,6

64,1

62,4

Sachsen

60,6

56,1

65,4

60,4

Mecklenburg-Vorpommern

59,6

59,0

64,1

55,8

Thüringen

58,4

51,5

64,2

59,5

Sachsen-Anhalt

57,8

53,2

62,7

57,6

Durchschnitt

62,8

57,1

69,1

62,2

*absteigend sortiert nach dem Gesamtindex

Quelle: „Good Aging Index“ – Altern in Deutschland / Initiative „7 Jahre länger“

Über den „Good Aging Index“

 Der „Good Aging Index“ ermöglicht Aussagen und Vergleiche zu Faktoren, die für ein „gutes Altern“ sprechen. Diesen Index haben die Wissenschaftler Jürgen Bauknecht und Uwe Remer-Bollow im Auftrag der Initiative „7 Jahre länger“ entwickelt. Prof. Dr. Jürgen Bauknecht ist unter anderem Mitglied des Expertenkreises zur Entwicklung des Active Aging Index (AAI), eines Projekts der Europäischen Kommission und der UN-Wirtschaftskommission für Europa (UNECE) zur Bewertung der Lebensbedingungen für Ältere in den EU-Staaten. Die 30 Indikatoren für den „Good Aging Index“ sind aus vorhandenen Studien und Erhebungen entnommen und aufbereitet worden.

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