Sol­vency II

Halb­jah­res­bi­lanz: Sol­venz­lage der Ver­si­che­rer sta­bil

Die deutsche Versicherungswirtschaft zeigt zum Halbjahr 2018 eine stabile Entwicklung der Solvenzquoten. Der Abbau der Übergangsmaßnahmen in der Lebensversicherung läuft planmäßig – aktuell diskutierte zusätzliche Kapitalanforderungen sind nicht erforderlich und könnten den laufenden Anpassungsprozess beeinträchtigen. Stattdessen sollten die Anforderungen insbesondere an die Berichtspflichten entschlackt werden.

Wie aus Berechnungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für das erste Halbjahr 2018 hervor geht, belief sich die Solvenzquote der Lebensversicherer im Branchendurchschnitt auf rund 260 Prozent ohne Berücksichtigung von Übergangsmaßnahmen. Das entspricht dem Wert zum Jahresende 2017.


Unter Berücksichtigung der Übergangsmaßnahmen weisen die Lebensversicherer im Durchschnitt eine Solvenzquote von knapp 400 Prozent zum Ende des ersten Halbjahrs aus. Dies entspricht ebenfalls dem Niveau des Vorjahresendes. Die Solvenzquote ergibt sich aus dem Verhältnis der vorhandenen Eigenmittel zu den aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen.

Auch die deutschen Schaden-/Unfallversicherer sind äußerst stabil. Ihre Solvenzquote belief sich zum Jahresende 2017 auf knapp unter 300 Prozent und hat sich zum Halbjahr 2018 nur geringfügig geändert.

Regulierung stabilisieren

Umso wichtiger ist es, die Kapitalanforderungen nicht unnötig zu verschärfen. Im laufenden Überprüfungsprozess für Solvency II stehen verschiedene Regeländerungen zur Diskussion, die zum Teil erhebliche Konsequenzen für die Höhe der geforderten Eigenmittel und damit auch für die Solvenzquoten hätten. Statt einer weiteren Verschärfung des weltweit modernsten Aufsichtssystems sollten Wege gefunden werden, die Regulierung zu stabilisieren.

Solvenzberichte vereinfachen

Überfällig sind Eingriffe in das Solvency-II-Regelwerk, um die Anforderungen großflächig zu entschlacken. Insbesondere die Berichtspflichten müssen dringend auf den Prüfstand. Derzeit müssen die Unternehmen zu häufig und zu viele Daten liefern, ohne dass ein erkennbarer Nutzen für die Adressaten entsteht. So legen alljährlich mehrere tausend europäische Versicherer aller Sparten einen Solvenzbericht (SFCR) vor, der sich ausdrücklich auch an Versicherungsnehmer richtet. Die Vielzahl an gesetzlich geforderten Detailinformationen macht die Berichte jedoch für Nicht-Experten nahezu unverständlich.

Damit der SFCR seine Zielgruppen erreichen kann, müsste den Unternehmen gestattet werden, sich auf wesentliche Informationen zu beschränken. Derzeit ist es genau umgekehrt: Versicherer müssen auch dann zu bestimmten Aspekten Auskunft geben, wenn sie gar nicht betroffen sind.

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