Ver­si­che­rung trifft Poli­tik

GDV-Vor­stands­kon­fe­renz im Zei­chen von Alters­vor­sorge und Kli­ma­wan­del

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hat Vorstände aus seinen Mitgliedsunternehmen zum virtuellen Meinungsaustausch eingeladen. Die aktuellen Themen der Branche im Wahljahr: Wohin es gehen sollte, um aus der Gegenwart die Zukunft zu gestalten? Als Gastredner dabei: EU-Kommissarin Mairead McGuinness und CDU-Präsidiumsmitglied Norbert Röttgen

GDV-Präsident Wolfgang Weiler hat sich nachdrücklich für eine Reform der privaten Altersvorsorge ausgesprochen. „Es geht um eine Richtungsentscheidung über die Frage, wieviel staatliche Sicherung und wieviel private Vorsorge wollen wir in Deutschland“, sagte Weiler gestern auf der digitalen GDV-Vorstandskonferenz. Bis zur Bundestagswahl werde es wohl keine Mehrheit für eine adäquate Antwort auf die Herausforderungen der Demografie für die Alterssicherungspolitik geben. „Umso mehr hoffe ich, diese Debatte dann in der kommenden Legislatur konstruktiv führen zu können und die Kontroversen der Vergangenheit hinter uns zu lassen“, sagte Weiler.

GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen bekräftigte auf der Veranstaltung das Bekenntnis der deutschen Versicherer zu den Nachhaltigkeitszielen der EU. „Ich bin überzeugt: Das Thema Klimawandel wird bleiben. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein nachhaltiges Thema, ein Thema, das uns alle angeht“, so Asmussen. Die notwendige Transformation der Wirtschaft werde aber nur mit der Wirtschaft gelingen, nicht gegen sie. „Grundsätzlich gilt: Wenn die Gesellschaft sich ändert, wenn die Politik nach neuen Lösungen fragt, wenn das ökonomische Umfeld neue Antworten fordert, dann müssen wir auf der Höhe der Zeit sein, wenn wir vorne bleiben wollen. Das ist und bleibt unser eigener Anspruch.“

EU-Finanzmarktkommissarin Mairead McGuinness hob bei ihrem Vortrag die Bedeutung der Branche beim ökologischen Umbau der Wirtschaft hervor. Es gehe einerseits darum, Unternehmen das nötige Kapital für die Transformation bereitzustellen. Zudem müssten Umweltrisiken künftig stärker über das Finanzsystem abgedeckt werden. „Die Versicherungswirtschaft wird dabei eine Schlüsselrolle spielen“, sagte McGuinness.

CDU-Präsidiumsmitglied Norbert Röttgen bezeichnete in seiner Rede auf der Vorstandskonferenz den Kampf gegen den Klimawandel als eines von vier strategischen Themen für die Politik in den kommenden Jahren. Dabei gehe es aber nicht nur um das Festlegen von Klimaschutzzielen, sondern auch um eine „ökonomische Strategie“, wie diese zu erreichen sind. „Es wird nur gehen durch den Einsatz von viel Kapital“, sagte Röttgen. Daher brauche es eine marktwirtschaftliche Lösung.

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