Kon­junk­tur und Märkte

GDV-Chef­volks­wirt: „Euro­päi­scher Pati­ent run­ter von der Inten­sivsta­tion“

Stabiler Aufschwung, höherer Teuerungsdruck: GDV-Chefvolkswirt Klaus Wiener sieht die Zeit für ein Ende der EZB-Niedrigzinspolitik gekommen. Mit einer Anhebung der Leitzinsen rechnet er zwar erst 2019, hält aber eine Beendigung des Anleihekaufprogramms schon im September für geboten.

Erstmals seit der Finanzkrise befinde sich die gesamte Weltwirtschaft in einem Aufschwung, heißt es in der aktuellen GDV-Publikation „Konjunktur und Märkte 2018“. Alles deute darauf hin, dass sich die Wirtschaft in Deutschland in einer Phase der Hochkonjunktur befinde: Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2018 um zwei Prozent steigen und damit erneut stärker als das Produktionspotential. Und auch die für die Versicherungswirtschaft wichtige private Nachfrage bleibe eine wichtige Stütze. Zwar sei die Preisentwicklung im Euroraum im Vergleich zu früheren Aufschwungphasen noch moderat, von Deflationsgefahren könne aber keine Rede mehr sein.

„Anleihekäufe schon in diesem Jahr beenden“

„Vor diesem Hintergrund dürfte es zunehmend zu einer geldpolitischen Normalisierung kommen“, schreibt Wiener in seinem Editorial.  Ein erster Zinsschritt werde aber im Euroraum nicht vor Mitte 2019 erfolgen. Die Anleihekäufe sollten aber in diesem Jahr beendet werden, nach Möglichkeit bereits im September. Allerdings schließe man nicht aus, dass sich die EZB für eine abermalige Verlängerung bis zum Jahresende entscheide. „In jedem Fall sind wir der Auffassung, dass der europäische Patient schon länger nicht mehr auf die Intensivstation der Geldpolitik gehört“, so Wiener.


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