Demo­gra­fie

Fit, aktiv und gut abge­si­chert – die Gene­ra­tion 65+

Jeder fünfte Deutsche ist heute älter als 65 Jahre. Die meisten aus dieser Generation 65+ können ihr Alter aktiv gestalten und genießen – und haben auch die finanziellen Mittel dazu. Neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, was diese Generation darüber hinaus kennzeichnet. Von Dennis Schmidt-Bordemann

An der Küste lebt es sich gesünder. In Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Bremen fühlen sich Deutschlands „Senioren“ – also Männer und Frauen im Alter von über 65 Jahren – am fittesten. In Mecklenburg-Vorpommern sagen gerade einmal 15 Prozent der Männer und 16 Prozent der Frauen in der Generation 65+, dass sie sich gesundheitlich beeinträchtigt fühlen. Im nahen Berlin sind es nahezu doppelt so viele.

Aber auch deutschlandweit fühlen ältere Menschen sich gut, wie das Statistische Bundesamt in seiner Studie zur „Generation 65+“ zeigt. Nur 24 Prozent der über 65-Jährigen sagen, dass sie durch Krankheit oder Unfall ernsthaft in ihren gewohnten Tätigkeiten eingeschränkt sind. Die „jungen Alten“ – also die 65- bis 69-Jährigen – fühlen sich sogar etwas fitter als die heutigen 55- bis 65-Jährigen.

Gesundheit: So fit wie lange nicht

Die Menschen mit den wenigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen leben in Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen und Thüringen. Schlusslichter sind Berlin, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

Freizeit: So aktiv wie noch nie

Nicht zuletzt die gute Gesundheit dürfte der Grund sein, warum die heutigen „Senioren“ viel aktiver sind als frühere Generationen. Der Anteil der Berufstätigen unter den 65- bis 69-Jährigen ist heute mit 14 Prozent beispielsweise mehr als doppelt so hoch wie im Jahr 2005. „Auch in anderen Lebensbereichen“, sagt der Präsident des Statistischen Bundesamtes Roderich Egeler, „sind ältere Menschen heute viel aktiver als noch vor wenigen Jahren.“ Ob an der Universität, in der Volkshochschule oder im Internet – alte Menschen sind heute ganz selbstverständlich mit dabei. Insgesamt 50,5 Stunden verbringen sie in der Woche mit Freizeitaktivitäten – davon etwa die Hälfte mit Fernsehen (18,5 Stunden) und Lesen (knapp sieben Stunden).

Finanzen: So sicher wie noch nie?

Auch finanziell kann die Generation 65+ ihr Alter zumeist relativ sorgenfrei genießen. Die Armutsgefährdung ist bei Ihnen nach wie vor geringer als bei der Generation der 20- bis 65-Jährigen. Nur 3,2 Prozent leiden unter erheblichen materiellen Entbehrungen, können sich also zum Beispiel keinen PKW kaufen, ihre Miete nicht bezahlen und sich nicht alle zwei Tage Fisch oder Fleisch leisten. Allerdings: Die Zahl der Grundversorgungsempfänger hat sich in gut zehn Jahren auf 500.000 verdoppelt. Frauen sind dabei besonders oft betroffen, weil sie in ihrem Arbeitsleben oft geringere Einkommen oder eine schwächere Erwerbsbeteiligung hatten.

Für die meisten älteren Menschen gilt aber, frei nach der berühmten Liedzeile von Udo Jürgens: Für sie fängt mit 65 das Leben an. Damit auch kommende Generationen das von sich sagen können, muss jedoch noch viel für eine gute und sichere Altersvorsorge getan werden. Denn in absehbarer Zeit, auch das rechnen die Statistiker vor, wird nicht mehr jeder fünfte, sondern bereits jeder dritte Deutsche über 65 Jahre alt sein und damit vor allem die gesetzliche Rentenversicherung vor eine Belastungsprobe gestellt.

Zur Startseite
Auch inter­essant