Ver­kehrs­ge­richts­tag 2020 - Arbeits­kreis II

Fik­tive Abrech­nun­gen machen die Scha­den­re­gu­lie­rung schnel­ler und güns­ti­ger

Wer einen Schaden an seinem Auto nicht reparieren lassen möchte, kann sich von der Versicherung die erforderlichen Reparaturkosten auszahlen lassen – der Schaden wird „fiktiv abgerechnet“. Änderungsbedarf an dieser bewährten Praxis besteht nicht.

Die Möglichkeit der fiktiven Abrechnung wird von vielen Autofahrern vor allem bei kleineren Schäden gern genutzt. Auf Wunsch der Geschädigten rechnen die Versicherer etwa 35 bis 40 Prozent der Kfz-Haftpflichtschäden fiktiv ab.

Vorteile für beide Seiten

Das hat für beide Seiten Vorteile: Weil nicht bis zum Abschluss der Reparatur gewartet werden muss und sich der Nachweis einer fachgerechten Reparatur erübrigt, spart der Versicherer bei dieser Art der Schadenregulierung Zeit und Bearbeitungsaufwand. Der Geschädigte erhält sein Geld früher und kann frei entscheiden, ob und wie er den Schaden gegebenenfalls später doch noch reparieren lässt.

Aus Sicht der Versicherer hat sich die Praxis der fiktiven Abrechnung bewährt, auch die Rechtsprechung hat die meisten Fragen dazu inzwischen ausgeurteilt. Lediglich in wenigen Einzelfällen kann es zu unterschiedlichen Auffassungen zu einzelnen Schadenpositionen kommen. Dies ist allerdings kein Merkmal der fiktiven Abrechnung, sondern kann vereinzelt auch bei einer tatsächlich durchgeführten Reparatur vorkommen.

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