Jugend­stu­die 2019

Ein Drit­tel der Jugend­li­chen küm­mert sich regel­mä­ßig um Alters­vor­sorge

Immer weniger Jugendliche sorgen für das Alter vor, obwohl sich die meisten vor Altersarmut fürchten – das ist ein zentrales Ergebnis der Jugendstudie 2019. Versicherungen genießen unter den jungen Erwachsenen nach wie vor ein hohes Vertrauen.

Im Auftrag der Metallrente, des Versorgungswerks für die Metall- und Elektroindustrie, haben Meinungsforscher von Kantar Public 2.500 Jugendliche im Alter zwischen 17 und 27 Jahren zu ihrem Sparverhalten befragt. Die vierte Umfrage seit 2010 zeigt: Den jungen Menschen fehlt oft das Wissen und das Geld für die private Vorsorge.

Sparbereitschaft sinkt trotz Angst vor Altersarmut

Obwohl sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen mehrheitlich nach wie vor sehr um ihre finanzielle Zukunft sorgen, hat ihr Sparwille gegenüber früheren Umfragen zum Teil stark abgenommen. Zwar geben 68 Prozent an, sich vor Altersarmut zu fürchten. Dennoch legen nur 32 Prozent regelmäßig etwas für das Alter zurück – 2010 waren es noch 39 Prozent. Den größten Rückgang gibt es unter den vollbeschäftigten jungen Erwachsenen:  2010 sorgten noch 76 Prozent regelmäßig für das Alter vor, 2019 sind es nur noch 62 Prozent.

Wenig Geld und wenig Wissen

Die Gründe, weniger zu sparen, sind vielfältig. Ein Hauptgrund ist allerdings relativ simpel: Es fehlt den Jungen schlicht an Geld. 70 Prozent der Nicht-Sparer haben nach eigener Aussage nichts zum Sparen übrig. Zudem fehlt den meisten das Wissen: Weniger als ein Drittel glaubt, sich gut oder sehr gut in der Altersvorsorge auszukennen. Die meisten finden deshalb, dass das Thema auch im Schulunterricht eine größere Rolle spielen sollte.

Großes Vertrauen in Versicherungen

Für welches Vorsorgeprodukt sich die Jugend entscheidet, hängt viel vom Vertrauen ab: Das größte Vertrauen genießt dabei die gesetzliche Rente –  für 58 Prozent ist sie der Favorit. Direkt dahinter folgt schon die Lebensversicherung: 56 Prozent halten diese Form der Altersvorsorge für die vertrauenswürdigste. Andere Sparformen liegen weit dahinter. Mehr als zwei Drittel der Befragten finden zudem, dass eine stärkere staatliche Förderung die private Altersvorsorge attraktiver machen würde.

Bessere Rendite-Aussichten statt Zinsgarantien

Wenn schon Altersvorsorge, dann mit Rendite: 58 Prozent geben an, sich immer für eine risikoreichere Anlageform zu entscheiden, wenn sie dadurch eine höhere Rente erzielen können. Auf feste Zinsgarantien würden sie dafür verzichten. Zwei Dritteln kommt es bei der Altersvorsorge vor allem auf einen hohen Gewinn an. Allerdings ist für fast alle eine Beitragsgarantie nicht verhandelbar: Für 93 Prozent ist die Sicherheit der eingezahlten Beiträge wichtig oder sehr wichtig.

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