Ver­kehrs­ge­richts­tag 2020 - Arbeits­kreis V

E-Scoo­ter: Ver­si­che­rer for­dern brei­tere Rad­wege

Immer mehr Fahrradfahrer und nun auch E-Scooter tummeln sich auf Radwegen. Die Unfallforschung der deutschen Versicherer (UDV) fordert Kommunen daher auf, die Wege breiter anzulegen. Für sichere Überholmanöver seien mindestens zwei Meter nötig.

E-Scooter sind keine Spielzeuge, sondern Kraftfahrzeuge

Angesichts der bisherigen Erfahrungen mit E-Scootern sehen die Versicherer zudem die Notwendigkeit, die Fahrer besser aufzuklären und Missbrauch zu verhindern. E-Scooter sind weder Fahrräder noch Spielzeuge, sondern Kraftfahrzeuge. Sie müssen dementsprechend zugelassen und versichert sein, sie dürfen nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, nicht von Kindern unter 14 Jahren, nicht zu zweit und auch nicht auf Gehwegen gefahren werden. Polizei und Ordnungsämter sollten diese Regeln konsequent durchsetzen.

Weiterhin schlagen die Versicherer vor, die verpflichtende Ausstattung der E-Scooter mit Blinkern sowie einen Mindestdurchmesser von zehn Zoll (25,4 cm) für die Räder zu prüfen. Das könnte die Verkehrssicherheit und die Stabilität der E-Scooter verbessern.

Eine sinnvolle Funktion im Mobilitätsmix erfüllen E-Scooter zudem nur dann, wenn sie überwiegend für die „letzte Meile“ zwischen Bus- oder Bahnhaltestelle und dem eigentlichen Ziel genutzt werden. Ob die neuen Fahrzeuge dafür geeignet sind und Akzeptanz finden, wird sich erst zeigen, wenn mehr private Haushalte über E-Scooter verfügen. Die Fahrzeuge der Scooter-Verleiher scheinen ausweislich der öffentlich verfügbaren Daten hingegen überwiegend von Touristen genutzt zu werden, die damit ihre Fußwege verkürzen.

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