Poli­ti­sche Posi­tio­nen 2015

Digi­ta­li­sie­rung in der Ver­si­che­rungs­wirt­schaft

Die zunehmende digitale Vernetzung aller Lebensbereiche verändert auch das Geschäft der Versicherer. Von neuen Angeboten über die Automatisierung von Geschäftsprozessen bis zur Optimierung der Kundeninteraktion bietet die Digitalisierung das Potenzial, viele Bereiche der Unternehmen grundlegend zu verändern. Neue Wege in der Datenerfassung und Datennutzung ermöglichen mittel- bis langfristig auch neue innovative Produkte und Dienstleistungen.

Leitlinie für die Versicherer wird auch in Zukunft sein, was der Kunde will. Die Studie „Generation Mitte 2014“ des GDV zeigte eine diffuse Angst vor Datenmissbrauch . Die repräsentative Befragung der 30- bis 59-Jährigen machte aber auch deutlich, dass die abstrakten Ängste die Menschen nicht davon abhielten, online einzukaufen und Dienstleistungen immer stärker im Internet nachzufragen. Auch Versicherer müssen ihre Kunden auf den bevorzugten Kanälen ansprechen – und zwar sowohl in der Online- als auch der Offlinewelt.

Innovationsfreundlicher Regulierungsrahmen

Um die großen Potenziale der Digitalisierung zum Vorteil der Kunden und der Unternehmen nutzen zu können, bedarf es eines innovationsfreundlichen Regulierungsrahmens. Gesetzliche Schriftformerfordernisse stehen beispielsweise einer medienbruchfreien Abwicklung über Online-Kanäle im Weg. Unternehmen können die technischen Potenziale der Digitalisierung zum Vorteil ihrer Kunden und ihrer betrieblichen Abläufe nur dann voll nutzen, wenn ihnen dies auch rechtlich ermöglicht wird.

Die Erhebung und Nutzung von Daten zur Einschätzung von Risiken bleiben das Fundament des Versicherungsgeschäfts. Ohne Daten ist kein Versicherungsschutz möglich. Die rechtlichen Rahmenbedingungen müssen eine sinnvolle Nutzung von Daten durch die Versicherer für die Risikokalkulation und Tarifierung sowie die Vertragsabwicklung weiter ermöglichen. Restriktionen für Online-Anbieter dürfen klassische und akzeptierte Geschäftsmodelle anderer Branchen nicht beschränken. 

Schutz und Integrität der Kundendaten haben für die Versicherer oberste Priorität. Als erste Branche in Deutschland hat die Versicherungswirtschaft 2012 eine freiwillige Selbstverpflichtung im Datenschutz abgeschlossen, die von den Datenschutzbehörden genehmigt wurde. Der sogenannte Code of Conduct präzisiert die allgemeinen Vorgaben des Bundesdatenschutzgesetzes für die Branche. Er gibt somit den Versicherern klare Leitlinien und sichert ihren Kunden ein hohes Datenschutzniveau. Mittlerweile sind mehr als 290 Unternehmen dem Code of Conduct beigetreten, das entspricht fast 95 Prozent des Marktes. Diese Versicherer müssen umfassende Datenschutz- und Datensicherheitskonzepte vorweisen.

Branche erfüllt schon länger Anforderungen des IT-Sicherheitsgesetzes

Mit dem Krisenreaktionszentrum der deutschen Versicherungswirtschaft (LKRZV) haben die Versicherer zudem als eine der ersten Branchen eine zentrale Infrastruktur für die Kommunikation bei Sicherheitsvorfällen etabliert. Die Kernanforderungen des geplanten IT-Sicherheitsgesetzes für kritische Infrastrukturen hat die Branche somit längst erfüllt.

Auch bei der Entwicklung sicherer Kommunikation sind die Versicherer Vorreiter: Bereits seit 1993 betreibt der GDV ein sicheres Branchennetz, über das rund 180 Millionen Nachrichten pro Jahr sicher versendet werden, darunter Schadenabwicklungen in der Kfz-Versicherung, Meldungen über Riester-Zulagen oder die elektronische Versicherungsbestätigung (eVB) für Kfz.

Im März 2015 wurde die Trusted German Insurance Cloud (TGIC) als erste Cloud-Lösung Deutschlands vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nach deutschen und internationalen Standards zertifiziert. Das zeigt: Daten von Kunden sind bei Versicherern sicher aufgehoben.

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