Wis­sen­schaft

Diese Tiere kön­nen Natur­ka­ta­stro­phen vor­her­sa­gen

Manche Tierarten haben erstaunliche Fähigkeiten entwickelt, mit denen sie rechtzeitig etwa Stürme, Überschwemmungen oder sogar Vulkanausbrüche erkennen können. Forscher versuchen, den sechsten Sinn der Tiere für Naturkatastrophen zu systematisieren, um diese künftig besser vorhersagen zu können. Wir zeigen eine Auswahl der Tierarten, die in Zukunft als natürliche Frühwarnsysteme dienen könnten.

Keine Gefahr“, beteuern die Erdbebenexperten. Nur sechs Tage später, am 6. April 2009, liegt die mittelalterliche Abruzzenstadt L’Aquilain Trümmern. Mehr als 300 Menschen sterben, rund tausend werden verletzt, 60.000 Menschen sind obdachlos. Etwa zeitgleich zur vorherigen offiziellen Entwarnung machte die britische Biologin Rachel Grant, die am 75 Kilometer entfernt gelegenen Lago di San Ruffino das Paarungsverhalten der Erdkröten untersuchte, eine seltsame Beobachtung: Fast alle ihrer Forschungsobjekte waren plötzlich verschwunden, und das mitten in der Laichsaison. Drei Tage nach dem Erdbeben der Stärke 6,3 waren sie allesamt wieder da.


Zufall? Ein sechster Sinn, der Tiere bei Naturkatastrophen veranlasst, die Flucht zu ergreifen? Antike Mythen und historische wie zeitgenössische Berichte dazu gibt es zuhauf. So berichteten Augenzeugen in Sri Lanka, dass viele Tiere vor dem Eintreffen der verheerenden Flutwelle im Jahr 2004 unruhig geworden und ins Landesinnere geflohen seien. Ein bis zwei Tage bevor ein gewaltiger Sturm Ende April 2014 die Südostküste der USA traf, verließen die Goldflügel-Waldsänger plötzlich ihre Brutstätten und suchten das Weite. Erst nach einem fünftägigen, 1500 Kilometer langen Flug ließen sie sich am Golf von Mexiko wieder nieder. Die Vögel werden in Zukunft wohl noch öfter fliehen, denn die Häufigkeit von Naturkatastrophen wird eher zunehmen.


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