HIS-Betrei­ber löscht feh­ler­hafte Ein­träge

Dienst­leis­ter kor­ri­giert Soft­ware - Unab­hän­gige Prü­fung in Auf­trag gege­ben

Im Hinweis- und Informationssystem der deutschen Versicherungswirtschaft (HIS) sind Meldungen im Bereich der Lebensversicherung länger als gesetzlich zulässig gespeichert worden. Betreiberin des HIS und verantwortliche Stelle im Sinne des Datenschutzgesetzes ist die Informa Insurance Risk and Fraud Prevention GmbH (IIRFP). Für die Probleme hat IIRFP einen Systemfehler verantwortlich gemacht.

Der HIS-Betreiber hatte die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde Baden-Württemberg im August 2014 informiert. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hatte von der IIRFP verlangt, den Fehler schnellstmöglich zu beheben. Die HIS-Betreiberin hat nun mitgeteilt, dass die unzulässig lange gespeicherten Informationen am Dienstag, den 28. Oktober gelöscht wurden. Die Speicherfristen im HIS entsprechen damit den rechtlichen Vorgaben. Die Datenschutzaufsichtsbehörde Baden-Württemberg wurde darüber informiert.

Der GDV begrüßt, dass sich die IIRFP einer externen Compliance- und Datenschutzprüfung durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer unterziehen will. Ein Prüfbericht soll im Dezember 2014 vorliegen.

Was für Verbraucher wichtig ist

Die Verhaltensregeln des GDV für den Datenschutz sehen gemäß den gesetzlichen Grundlagen Folgendes vor: Meldungen im HIS sind für die Antragsprüfung grundsätzlich vier Jahre nach dem Ende des Jahres der Speicherung zu löschen. Wenn vor Ablauf dieser Frist eine weitere Meldung erfolgt, verlängert sich die Speicherdauer im System auf maximal zehn Jahre.

Der Betreiber IIRFP hat diese Vorgaben bei Einführung des HIS im Jahr 2011 leider zum Teil falsch umgesetzt. Dies hat keinesfalls automatisch dazu geführt, dass Anträge abgelehnt wurden, kann aber in Einzelfällen vertiefte Prüfungen der Versicherer ausgelöst haben. Sollte es bei Kunden deshalb zu Schwierigkeiten beim Vertragsabschluss gekommen sein, bedauert der GDV das sehr. Die Versicherungsunternehmen wurden über den Vorfall informiert und aufgefordert, die entsprechenden Informationen zu löschen.

Datenschutz hat höchste Priorität

Der verantwortungsvolle Umgang mit Kundendaten hat für die Versicherungswirtschaft höchste Priorität. Aus diesem Grund hatte sie das HIS 2011 in Zusammenarbeit mit den Datenschutzbehörden in dieser Form aufgesetzt.
 
Nach GDV-Schätzungen belastet der durch Betrug verursachte Schaden die Branche und die ehrlichen Kunden allein in der Schaden- und Unfallversicherung jährlich mit rund 4 Milliarden Euro. Das HIS soll dabei helfen, Versicherungsmissbrauch zu vermeiden. Ein HIS-Eintrag führt nicht automatisch zur Ablehnung eines Antrags oder einer Leistung. Er liefert Indizien für mögliche Unregelmäßigkeiten, die im Einzelfall eine gesonderte Prüfung auslösen kann.

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