Ver­si­che­rungs­schutz

Die Fan­meile – Public View­ing für Tau­sende

Die Fanmeilen – etwa im Tiergarten in Berlin oder auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg – werden wieder hunderttausende Zuschauer locken. Das hoffen zumindest die Veranstalter.

Wegen der Zeitverschiebung besteht bei manchen Spielen ein gewisses Risiko: Das Eröffnungsspiel beginnt um 22 Uhr, die Vorrundenspiele mit deutscher Beteiligung 18 beziehungsweise 21 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Die Achtelfinalspiele, die für Deutschland in Frage kommen könnten, das Halbfinal und das Spiel um Platz drei sind für jeweils 22 Uhr angesetzt. Also alles Zeiten für „Spätgucker“. Rechnet man noch eine mögliche Verlängerung und die Heimfahrt hinzu, kommen viele erst weit nach Mitternacht ins Bett. Gegen das Risiko, dass dadurch weniger Zuschauer auf die Fanmeilen kommen, können sich die Veranstalter nicht versichern. 

Gegen andere Risiken kann und müssen sich die Veranstalter versichern: So gibt es Veranstaltungsausfall-Versicherungen, die Vermögensschäden durch den Totalausfall oder den Abbruch der Veranstaltung ersetzen. Möglich ist auch eine Versicherung, wenn wegen widriger Witterung die Fanmeile nicht stattfinden kann. Für Besucher wichtig ist vor allem die Veranstalter-Haftpflicht. Diese zahlt, wenn beispielsweise eine Bildwand umstürzt und Besucher verletzt. Nicht zuletzt werden das elektronische und anderes technisches Equipment entsprechend abgesichert.

Das alles dürfte die Besucher weniger bewegen – sie wollen Entertainment vom Feinsten. Auch wenn eine Fanmeile kein Fußballstadion ist – um ein höchstmögliches Maß an Sicherheit zu gewährleisten, gelten hier die gleichen Regeln: Feuerwerkskörper, Waffen, Dosen, Glasflaschen haben auf der Meile nichts zu suchen. Auch Betrunkene oder Personen, die unter Drogen stehen, werden nicht eingelassen. Der Ordnungsdienst darf entsprechende Kontrollen durchführen. 

Gesetzlich unfallversichert ist man beim Besuch der Fanmeile übrigens nicht. Das gilt für alle Freizeitaktivitäten. Wer eine private Unfallversicherung hat, bekommt den vereinbarten Schadenersatz, wenn beispielsweise ein Sturz zu einer dauerhaften Beeinträchtigung führt. Achtung: War der Unfall auf übermäßigen Alkoholgenuss zurückzuführen, kann je nach Vertragsbedingungen der Schadenersatz gekürzt oder gänzlich verweigert werden.

Heftiges Jubeln ist manchmal nicht folgenlos: Wird beispielsweise ein Zuschauer durch den Hieb eines Ellenbogens des frenetisch jubelnden Nachbarn versehentlich verletzt, kann der Getroffene vom Verursacher Schadenersatz verlangen. Hat dieser eine Privathaftpflichtversicherung, übernimmt sie die Zahlung.

Zur Startseite
Auch inter­essant