Ver­kehrs­ge­richts­tag 2019 - Arbeits­kreis VI

Busse dür­fen nicht zur Todes­falle wer­den

Effektiver Brandschutz, schnellere Evakuierung und verbesserte Notbremsassistenten können nach Ansicht der Unfallforschung der Versicherer (UDV) schwere Katastrophen bei Busunfällen verhindern.

Der Bus ist auf die Personenkilometer bezogen zwar ein sicheres Verkehrsmittel. Falls es aber zu einem schweren Unfall kommt, werden gleich viele Personen verletzt. Allein 2016 verunglückten in Deutschland 5532 Personen bei Busunfällen. Daher müsse nach Meinung der Unfallforscher alles getan werden, um Unfälle möglichst ganz zu vermeiden. Der bisher vorgeschriebene Notbremsassistent reiche  dazu allerdings nicht aus - er muss den Bus vor einem Stauende nur von 80 auf 60 km/h herunterbremsen können. Inzwischen sei es aber technisch auch möglich, den Bus vor dem Stauende zum Stehen zu bringen. Die Vorschrift müsse nun schnell dem neuen Stand der Technik angepasst werden.

Die meisten Getöteten und Verletzten waren in den vergangenen Jahren zu beklagen, wenn ein Bus, mit oder ohne Unfall, Feuer fing. Ausstiegsversuche der UDV haben gezeigt, dass ein mit nicht eingeschränkten Personen voll besetzter Bus erst in rund drei Minuten durch eine Tür evakuiert ist. Bereits nach 90 Sekunden ist aber durch das sich schnell ausbreitende Feuer und giftige Rauchgase damit zu rechnen, dass Passagiere nicht mehr aus eigener Kraft aussteigen können. Deshalb fordert die UDV Innenraummaterialien, die den gleichen hohen Standards entsprechen, wie bei der Bahn. „Insbesondere Reisebusse müssen so gebaut und ausgestattet sein, dass Brände möglichst gar nicht erst entstehen und einmal entstandene Brände sich langsamer ausbreiten“, so der Leiter der UDV, Siegfried Brockmann. Durch geschultes Fahrpersonal solle eine möglichst geordnete und schnelle Evakuierung gewährleistet werden.

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