Ver­kehrs­ge­richts­tag 2018 - Arbeits­kreis VII

Ansprü­che Schwer­ver­letz­ter: Reha­bi­li­ta­ti­ons-Mana­ge­ment aus­bauen

Der verlässliche Schutz von Verkehrsopfern ist eine Kernaufgabe der Kfz-Haftpflichtversicherung. Nach einem Unfall mit Schwerverletzen ist es Anspruch und Aufgabe der Kfz-Versicherer, schwer verletzte Unfallopfer möglichst in den gesellschaftlichen Alltag und die Berufswelt wieder einzugliedern.

Das Leben nach dem Unfall soll dem früheren Leben der Schwerverletzten so nahe wie möglich kommen. Das steht im Mittelpunkt der Regulierung. Neben zum Beispiel einem Schmerzensgeld oder Verdienstausfall können Schwerverletzte unter anderem Leistungen für sogenannte „vermehrte Bedürfnisse“, etwa den behindertengerechten Umbau eines Hauses oder für ein behindertengerechtes Fahrzeug, erhalten.

Die Höhe der Entschädigungsleistungen hängt vom Einzelfall ab. Ein schwerstverletztes Unfallopfer kann sich etwa vorrangig im vertrauten häuslichen Umfeld pflegen lassen und die hierfür notwendigen Kosten verlangen. Eine abstrakte Entschädigungsobergrenze gibt es bei schweren Personenschäden nicht. Grenzen einer Entschädigung können sich aber zum Beispiel aus der Unverhältnismäßigkeit oder gesetzlich festgelegten Höchstbeträgen ergeben.

Die Regulierung schwerer Personenschäden beschränkt sich aber in vielen Fällen nicht auf einen rein finanziellen Ausgleich. Das seit Mitte der 1990er-Jahre von der Versicherungswirtschaft praktizierte Rehabilitations- oder Care-Management begleitet Schwerverletzte langfristig: Mit einem Bündel aus medizinischen, rehabilitations- und sozialtherapeutischen Maßnahmen verbessern Versicherer die Chancen Schwerverletzter, sich wieder erfolgreich in Beruf und Alltag einzugliedern. Das Reha-Management beruht auf Freiwilligkeit und bedarf der Kooperation aller Beteiligten – vom Schwerverletzten selbst über seine pflegenden Angehörigen, Anwälte, Versicherer bis zu den beteiligten Fachleuten. Die Versicherungswirtschaft kümmert sich darum, diese Zusammenarbeit weiter auszubauen und mit ihrem Reha-Management zukünftig weiteren Schwerverletzten eine optimale gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.


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