Ter­ror-Risi­ken

11. Sep­tem­ber - wird das Ter­ror­ri­siko in Deutsch­land unter­schätzt?

Vier Fragen an Leo Zagel, den Vorstandsvorsitzenden der EXTREMUS Versicherungs-AG. Über EXTREMUS kann die Industrie Versicherungsschutz gegen Terroranschläge einkaufen.

Herr Zagel, wie schätzen Sie die heutige Bedrohung durch Terroranschläge in Deutschland ein?
Leo Zagel: Eine mögliche Bedrohung durch Terroranschläge nehmen wir im Alltag nicht wirklich wahr. Es wäre dennoch fatal, diese Bedrohung wegzudiskutieren. Durch seine internationale politische Bedeutung steht Deutschland aber durchaus im Fokus von Terrororganisationen. Der Bürgerkrieg in Syrien und die schwierige politische Lage im Irak zeigen dies deutlich. Aber auch in Deutschland – in Nordrhein-Westfalen beispielsweise – hat der Glaubenskrieg zwischen Islamisten und Yeziden Deutschland erreicht. Salafisten rufen zu Anschlägen in Deutschland auf – auch gegen Atomlager. Als weitere Ziele werden öffentliche, private und kirchliche Einrichtungen, Transportwege und Verkehrsmittel genannt.

Und in andern Ländern ist die Situation ähnlich?
Leo Zagel: Das ist richtig. Die Bedrohungslage ist in den westlichen Industrieländern vergleichbar. Daher gibt es beispielsweise in Ländern wie USA, Frankreich, Großbritannien, Spanien und den Niederlanden ebenfalls Versicherungslösungen, die das Terrorrisiko für exponierte Dienstleistungs- und Industrierisiken mit einem Entschädigungsbedarf im Milliardenbereich decken. Dabei arbeiten Staat und private Versicherungswirtschaft zusammen, um die jeweiligen Versicherungssummen bereitzustellen.


Wie hoch ist denn in Deutschland die Versicherungssumme?
Leo Zagel: Für Großrisiken mit Gesamtversicherungssummen über 25 Mio. Euro stehen über EXTREMUS insgesamt 10 Mrd. Euro pro Jahr für Schäden durch Terror zur Verfügung. Davon entfallen 2 Mrd. Euro auf die private Versicherungswirtschaft. Weitere 8 Mrd. Euro stehen als Garantie der Bundesregierung zur Verfügung. Die Versicherer haben sich verpflichtet, für private und gewerbliche Risiken unter 25 Mio. Euro Gesamtversicherungssumme, Deckungsschutz gegen Schäden durch Terrorakte allein auf privatwirtschaftlicher Basis zu bieten.

Wie hat sich die Nachfrage der Terrorversicherung in den letzten Jahren entwickelt?
Leo Zagel: Die Nachfrage von Großkunden und Investoren nach einer Terrordeckung ist seit der Gründung von EXTREMUS ständig gestiegen. Besonders im Bereich Immobilien und Finanzdienstleister. Dies ist insofern nicht überraschend, da Investoren aus dem Inland und Ausland kein Engagement in Deutschland tätigen, das nicht durch eine Terrorversicherung abgesichert ist. Banken verlangen beispielsweise bei der Darlehensvergabe den Versicherungsschutz gegen Schäden durch Terrorakte. Entscheidend für die Unternehmen ist, dass das Bundesfinanzministerium die Garantie der Bundesregierung erneut verlängert hat – nunmehr bis Ende 2015. Dadurch hat die Wirtschaft die notwendige Planungssicherheit, ihr mögliches Terrorrisiko ausreichend abzusichern bzw. bestehenden Versicherungsschutz aufrecht zu erhalten.

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