Europa
Infra­struk­tur-Inves­ti­tio­nen

„Wir begrü­ßen die Initia­tive der EU-Kom­mis­sion“

Die europäischen Versicherer können sich künftig leichter an Infrastruktur-Projekten beteiligen. Wie die EU-Kommission am Mittwoch bekannt gegeben hat, sollen dazu die für solche Anlagen nötigen Eigenkapitalanforderungen gesenkt und die entsprechenden EU-Regeln (Solvency II) angepasst werden.

„Wir begrüßen die Initiative der EU-Kommission, mit der Kapitalmarktunion Anlagemöglichkeiten institutioneller Investoren in Europa zu verbessern“, kommentiert der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, Alexander Erdland. „Es ist gut und sinnvoll, Kapitalmarktstandards und verfügbare Finanzinstrumente zu vereinfachen. Auch der Abbau regulatorischer Hemmnisse erleichtert Versicherern die Diversifizierung ihrer Kapitalanlagen.“

Die Eigenkapitalunterlegung bei Infrastruktur-Investments, die bisher bis zu 59 Prozent beträgt, soll um rund 30 Prozentpunkte gesenkt werden. Schon am Dienstag hatte sich die Versicherungsaufsicht der Europäischen Union EIOPA für niedrigere Eigenmittelanforderungen an die Assekuranz bei Infrastrukturprojekten ausgesprochen.

 

„Mit den jetzt veröffentlichten Delegated Acts werden die hohen Eigenmittelanforderungen für Infrastrukturinvestitionen in Eigenkapital verringert. Das werten wir als positives Signal, denn es ermöglicht ein stärkeres Engagement unserer Branche in diesem Anlagesegment“, so der GDV-Präsident weiter. „Dies ist gerade auch im andauernden Niedrigzinsumfeld hilfreich.“

Rund 315 Milliarden Euro will die EU gemeinsam mit privaten Investoren für den Ausbau und die Erneuerung der Infrastruktur aufbringen. Solche Projekte passen gut zum Geschäftsmodell von Versicherern, das auf Sicherheit und Langfristigkeit ausgelegt ist. Sie versprechen zudem stabile Erträge. Derzeit sind noch weniger als ein Prozent der Kapitalanlagen der deutschen Versicherer von insgesamt gut 1,4 Billionen Euro in den Bereichen Infrastruktur und erneuerbare Energien investiert. Würde dieser Anteil nur um einen Prozentpunkt erhöht, käme schon ein zusätzlicher Betrag von 14 Milliarden Euro zusammen.

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