Tag des Ein­bruch­schut­zes 2014

„Viele Men­schen füh­len sich nicht aus­rei­chend beschützt“

Die Zahl der Einbrüche ist wieder gestiegen und hat einen Höchststand seit zehn Jahren erreicht. Viele Menschen sind sich des Risikos eines Einbruchs nicht bewusst. Sie vernachlässigen den Einbruchschutz und machen es den Einbrechern zu leicht. Gleichzeitig wird vielerorts aber auch Kritik laut, die Polizei tue nicht genug, um die Menschen zu schützen. Kriminaloberrat Harald Schmidt begegnet im Interview diesem Vorwurf und erklärt, warum Bürgerwehren keinen Schutz bieten.

Haben sich die Maschen der Einbrecher im Laufe der Jahre verändert?
Schmidt:Nein, die Täter sind seit vielen Jahres sehr „gesetzestreu“. Sie beherzigen konsequent das „Hebelgesetz“: Bei über 75 Prozent versuchen die Täter Fenster und Türen aufzuhebeln, um in die Wohnung oder das Haus zu gelange. Einbrüche in Einfamilienhäuser erfolgen meist über die Fenstertüren und Fenster und seltener über Haustüren und Keller. Bei Mehrfamilienhäusern hingegen wählen Einbrecher ihren Weg meistens über die Wohnungseingangstüren, oder sie verschaffen sich über leicht erreichbare Fenster und Fenstertüren Zutritt.

Was sagen Sie zu dem Vorwurf, dass die Polizei nicht präsent genug sei, um Einbrüche zu verhindern?
Harald Schmidt:Mit polizeilicher Präsenz alleine ist es nicht getan. Die Polizei kann nicht überall sein! Doch fast immer gibt es Nachbarn, die einander helfen können: Nach den Erfahrungen der Polizei trägt Nachbarschaftshilfe entscheidend zur Verhinderung von Einbrüchen bei. Mit der im Jahr 2012 initiierten Einbruchschutzkampagne K-Einbruch appellieren wir deshalb auch an die Eigeninitiative der Bürgerinnen und Bürger.

In manchen Orten haben sich privat organisierte Bürgerwehren gegründet, die dann auf Patrouille gehen. Was ist von solchen Initiativen aus Ihrer Sicht zu halten?
Schmidt:Bürgerwehren bieten keinen Schutz vor Einbrechern und die beteiligten Personen begeben sich nur selbst in Gefahr. Die beste Methode sich zu schützen, ist die Kombination aus richtigem Verhalten und adäquater Sicherheitstechnik. Deshalb rät die Polizei zum Einbau der richtigen aufeinander abgestimmten mechanischen und elektronischen Sicherungstechnik sowie einem sicherheitsbewussten Verhalten. Am besten ist es, sich persönlich und individuell bei einer (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstelle kostenlos beraten zu lassen. Die nächstgelegene Beratungsstelle der Polizei finden Sie über die Beratungsstellensuche der Polizeilichen Kriminalprävention unter www.K-Einbruch.de .


Was verbirgt sich hinter der Initiative K-Einbruch?
Schmidt:Zentrales Element der Initiative ist der Internetauftritt www.K-Einbruch.de mit umfassenden, produktneutralen Informationen der Polizei zum Einbruchschutz. Unter anderem können sich die Besucher der Seite auch durch ein „interaktives Haus“ klicken und erhalten so anschauliche Tipps, wie und wo man sein Zuhause sichern sollte.

Und was gehört noch zu K-Einbruch?
Schmidt:Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Kampagne ist der „Tag des Einbruchschutzes“, der jährlich am Tag der Zeitumstellung stattfindet, wenn die mitteleuropäische Sommerzeit endet. Die dadurch gewonnene zusätzliche Stunde sollen die Bürger nutzen, sich zum Thema Einbruchschutz zu informieren und die Sicherheitsempfehlungen in ihrem Alltag umzusetzen. Rund um den diesjährigen Tag des Einbruchschutzes am 26. Oktober 2014 wird es deutschlandweit zahlreiche Aktionen der Polizei und ihrer Kooperationspartner geben.

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