Europa, Medieninformationen
Ver­mitt­ler­richt­li­nie IMD2

„Kein Pro­vi­si­ons­an­nah­me­ver­bot durch die Hin­ter­tür“

Die von der EU geplante Neuregelung der Vermittlerrichtlinie (IMD2) geht nach der Einigung im Rat für Wirtschaft und Finanzen (ECOFIN) auf die Zielgerade: In den anstehenden Trilog-Verhandlungen zwischen Kommission, Parlament und Rat kommt es nach Ansicht des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vor allem darauf an, die bereits politisch erzielte Einigung auf eine Koexistenz von Honorar- und Provisionsvertrieb unmissverständlich im Richtlinientext zu verankern.

Ausdrücklich positiv wertet der GDV, dass sich der Rat wie bereits das EU-Parlament gegen die Einführung eines generellen Provisionsannahmeverbots ausgesprochen hat. Stattdessen soll die Entscheidung darüber den Mitgliedstaaten überlassen sein. Allerdings bleibt der Entwurf des Rates in einem wichtigen Punkt vage: Provisionen sollen nur dann zulässig sein, wenn sie keine nachteilige Auswirkung auf die Beratung des Kunden haben (Art. 24 Abs. 10). Was das konkret bedeutet, bleibt unklar. Es zeichnet sich bereits jetzt ab, dass die europäische Versicherungsaufsichtsbehörde EIOPA diese Unklarheit durch eine ausführliche Begriffsbestimmung beseitigen wird.


Für sachgerecht hält der GDV demgegenüber die im Richtlinienentwurf vorgesehene Offenlegung von Art (Provision oder Honorar) und Quelle (Versicherungsunternehmen oder Versicherungsnehmer) der geleisteten Vermittlungsvergütung. Bei Lebensversicherungen und anderen Produkten mit Sparanteil ist zudem die Angabe der anfallenden Gesamtkosten sinnvoll, um Verbrauchern eine Entscheidungsgrundlage für die Wahl zwischen verschiedenen Produkten bzw. Anbietern zu geben. Demgegenüber würde die vom Rat befürwortete Offenlegung der konkreten Vergütung des Vermittlers für den Kunden keinen Mehrwert bringen.

Mit der Novellierung der Vermittlerrichtlinie verfolgt die EU das Ziel, den Verbraucherschutz zu stärken. So enthält die IMD2 umfangreiche Transparenzvorschriften sowie neue Regeln zur Vermeidung von und den Umgang mit Interessenkonflikten.

Die Trilog-Verhandlungen sollen noch Ende 2014 beginnen. Die Richtlinie wird voraussichtlich Anfang 2016 in Kraft treten.

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