Inter­na­tio­nale Rech­nungs­le­gung

Glo­ba­ler Bilan­zie­rungs­stan­dard IFRS 17 wird EU-Recht

Die Bilanzen börsennotierter Versicherungskonzerne werden international besser vergleichbar: Der globale Rechnungslegungsstandard IFRS 17 gilt ab 1. Januar 2023 auch in der EU.

Über mehr als zwei Jahrzehnte hat das International Accounting Standards Board (IASB) an dem globalen Standard zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen gearbeitet. Nun wurde der IFRS 17 im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Damit löst IFRS 17 den seit 2005 geltenden Interimsstandard IFRS 4 Versicherungsverträge auch auf EU-Ebene planmäßig ab.

Übernahme schafft Klarheit und Planungssicherheit für Versicherer

Die Übernahme des globalen Standards ins europäische Recht beendet eine jahrelange Phase der Rechts- und Planungsunsicherheit für die zeit- und kostenaufwändigen Umsetzungsprojekte der deutschen Versicherer. IFRS 17 ist spätestens ab dem 1. Januar 2023 anzuwenden. Parallel läuft dann auch die Befreiung von der Anwendung des IFRS 9 Finanzinstrumente ab.  

Kompromiss bei Jahreskohorte soll 2027 überprüft werden 

Ein letztes Hindernis zur EU-Übernahme des Standards konnte durch einen Kompromiss ausgeräumt werden: Versicherer können bei bestimmten Vertragsarten selbst entscheiden, ob sie die Pflicht zur Bilanzierung des Geschäfts in so genannten Jahreskohorten anwenden. Ob sich diese optionale Lösung („carve-out“) bewährt, soll die EU-Kommission in einem Review bis zum 31. Dezember 2027 überprüfen.  

Der GDV setzt sich in diesem Zusammenhang dafür ein, dass die eingeplante Überprüfung auf EU-Ebene durch das IASB zum Anlass genommen wird, das eigene sogenannte Post-Implementation Review zu IFRS 17 auf globaler Ebene entsprechend zeitlich mit dem EU-Review abzustimmen.  

Lösung der Vorjahreszahlen-Thematik wird nachgereicht 

Eine für die Praxis wichtige Anpassung des Standards zur Angleichung der Behandlung von Vorjahreszahlen in IFRS 9 und IFRS 17 steht bereits kurz vor dem Abschluss. Eine Veröffentlichung der finalen und durch das IASB bereits beschlossenen Abhilfe ist für Dezember 2021 eingeplant. Der GDV wird sich dafür einsetzen, dass diese Änderung an IFRS 17 zügig ins europäische Recht überführt wird. 

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