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"Gene­ra­tion Mitte" - Nach­hol­be­darf bei der Alters­vor­sorge

Die Generation Mitte ist überaus zufrieden mit ihrer wirtschaftlichen Situation und blickt trotz Euro-Krise optimistisch in die Zukunft. Aber den 30- bis 59-Jährigen fehlt das Vertrauen für eine langfristige finanzielle Planung. Viele wissen, dass sie mehr fürs Alter tun müssten, nur das „Wie viel“ wird häufig falsch eingeschätzt. Vor allem Frauen machen sich große Sorgen, dass sie später nicht genug Geld zum Leben haben. Im Unterschied zu früheren Generationen benötigt die »Generation Mitte« andere und mehr Strategien für ihre finanzielle Autonomie. Das gilt insbesondere für Frauen.

Die »Generation Mitte« liebt es stabil und unabhängig zu sein. Gesundheit, eine glückliche Partnerschaft, gute Freunde und finanzielle Unabhängigkeit halten 80 bis 90 Prozent für besonders wichtig in ihrem Leben. Auch wirtschaftlich geht es den 30- bis 59-Jährigen gut. 35 Prozent der Befragten geht es heute besser als vor fünf Jahren, bei den meisten ist die Lage unverändert (41 Prozent), für 23 Prozent hat sich die Situation jedoch verschlechtert. Für die kommenden Jahre rechnet eine Mehrheit der Befragten damit, dass die eigene wirtschaftliche Lage stabil bleibt (54 Prozent) oder sich weiter verbessert (19 Prozent).

 Die Sorge um den Lebensstandard im Alter wächst

Die Mehrheit (55 Prozent) der 30- bis 59-Jährigen fürchtet, dass sie ihren Lebensstandard im Alter nicht halten kann. Besonders groß sind die Ängste in den unteren Einkommensschichten (62 Prozent), bei Frauen (57 Prozent) und Müttern (51 Prozent). Die Sorgen sind durchaus berechtigt, das Niveau der gesetzlichen Rente wird spürbar sinken. Zugleich wird das Renteneintrittsalter steigen. Die »Generation Mitte« muss sich daher stärker als frühere Generationen zusätzlich um ihre private Altersvorsorge kümmern.

Altersvorsorge: Das Bewusstsein für langfristige Planung fehlt

Doch nur wenige befassen sich mit ihrer späteren finanziellen Lage und dann oft zu spät. Unter den 30- bis 39-Jährigen haben sich bislang nur 40 Prozent mit der finanziellen Planung beschäftigt. Die meisten der 30- bis 59-Jährigen haben von ihrer finanziellen Zukunft nur vage Vorstellungen (53 Prozent). Und nur wenige planen länger als zehn Jahre im Voraus (neun Prozent). Ein Beitrag für mehr Aufklärung und Transparenz wäre eine säulenübergreifende Renteninformation, die sämtliche Leistungen aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Altersvorsorge zusammenfasst. Mehr Aufklärung und eine Politik der Planungssicherheit sind eine wichtige Voraussetzung für mehr Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Altersvorsorge.

Der Berufsausstieg ist weiblich

80 Prozent der Mütter sind für die Kinderbetreuung ganz oder teilweise aus dem Beruf ausgestiegen. Jede vierte Mutter ist zurzeit nicht oder nur mit einer begrenzten Stundenzahl berufstätig. Wenn es um die finanzielle Absicherung ihres Lebensabends geht, sind diese Frauen deutlich im Rückstand. 61 Prozent halten die Berufstätigkeit ihres Partners für einen wichtigen Baustein der Altersvorsorge. Eine gute Altersvorsorge darf aber nicht allein davon abhängen, ob eine Ehe ein Leben lang hält oder nicht. Daher kann eine unabhängige Altersvorsorge beider Partner entscheidend für den Erhalt des Lebensstandards im Alter sein.

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