Europa
Nach dem Refe­ren­dum

„Die Zukunft Grie­chen­lands im Euroraum ist unsi­che­rer denn je“

Nach dem deutlichen Nein der griechischen Bürger beim Reform-Referendum ist die Zukunft des Landes im Euroraum weiter offen. Am Dienstag wollen die Staats- und Regierungschefs der Euroländer zu einem Sondergipfel zusammenkommen, um das weitere Vorgehen zu beraten. Unklar ist auch, ob die Europäische Zentralbank ihre Nothilfen für den griechischen Banksektor aufrechterhält.

Zur Lage in Griechenland nach dem Referendum erklärt Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV):

„Die Entscheidung ist bitter für Griechenland und bitter für Europa. Das Votum stellt das Land vor eine soziale, wirtschaftliche und politische Zerreißprobe. Denn eine einvernehmliche Lösung mit den Gläubigern ist jetzt noch schwieriger geworden, die Zukunft Griechenlands im Euroraum unsicherer denn je.

 

Sicher ist derzeit nur eins: Ein ‚Weiter so‘ wird nicht funktionieren; den Griechen dürften schwere Zeiten bevorstehen. Denn der Druck, Reformen anzugehen, wird immer größer – zumal schon viel Zeit verloren gegangen ist. Das Land muss aber früher oder später auf eigenen Füßen stehen können. Davon ist Athen noch weit entfernt.

Für Europa wird die griechische Tragödie zu einer Bewährungsprobe. Humanitäre Hilfe für die in Not geratenen Menschen ist selbstverständlich; es darf aber keine weiteren politischen Zugeständnisse an die Regierung in Athen geben. Griechenland sollte nicht um jeden Preis in der Währungsunion gehalten werden. Den Staats- und Regierungschefs des Euroraums wünschen wir, dass sie aus dieser schweren Krise Kraft für eine Stabilisierung des Euro und zur Erneuerung der europäischen Idee finden.“

Zur Startseite