Flut­ka­ta­stro­phe in Deutsch­land

„Die Ver­si­che­rungs­bran­che wird alles tun, um prag­ma­tisch und effi­zi­ent zu hel­fen“

Die dramatischen Folgen der Überschwemmungen in weiten Teilen Deutschlands lassen erahnen, dass die Schäden enorm sein werden. Die Versichererungsbranche arbeitet auf Hochtouren, damit diese schnell und unkompliziert bearbeitet werden können.

Zerstörte Häuser, Schutt auf der Straße, Schlamm im Keller: Deutschland kämpft mit den Unwetterfolgen, noch immer werden Menschen vermisst, die Versorgung mit Trinkwasser ist mancherorts ausgefallen.

„Die schrecklichen Folgen von Starkregen und Hochwasser in weiten Teilen Deutschlands berühren mich tief, sind erschütternd und in ihrem Ausmaß nur schwer zu ertragen“, sagt der der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Jörg Asmussen. „Meine Gedanken sind bei den Betroffenen; bei denen, die Angehörige und Freunde verloren haben und denen, die um Ihr Haus sowie Hab und Gut bangen.“

Die Versicherungsbranche werde alles tun, um pragmatisch und effizient zu helfen: „Versicherungsunternehmen verfügen dazu über sogenannte Kumulpläne – krisenerprobte Abläufe. Personal wird versetzt, Prozesse verschlankt, externes Personal aus dem eigenen Netzwerk berufen: Damit die Schäden unserer Kundinnen und Kunden schnell und unkompliziert bearbeitet werden können.“

Es zeichne sich ab, dass sich dieses Jahr mit Stürmen, Überschwemmung, Starkregen und Hagel zu einem der schadenträchtigsten seit 2013 entwickeln könnte. „Bereits im Juni haben Starkregen und Hagel einen geschätzten versicherten Schaden von 1,7 Milliarden Euro verursacht“, sagt Asmussen. „Eine aktuelle Schadenschätzung werden wir voraussichtlich noch in dieser Woche vorliegen haben." 

Bauvorschriften heute anpassen verhindert Schäden in der Zukunft

Jene Klimaveränderungen, die wir heute beobachten, sind nicht das Ergebnis aktueller Emissionen: Sie sind ein Erbe der Vergangenheit. Über den Klimaschutz hinaus müssen wir uns daher auch mit dem Schutz vor den Folgen des Klimawandels beschäftigen. Wenn Stark­regen und Hagelschlag in zunehmender Weise Hab und Gut bedrohen, muss auch das Bauplanungs- und Bauordnungsrecht angepasst werden – und zwar heute. Je später wir hiermit beginnen, desto größer wird der volkswirtschaftliche Schaden in der Zukunft ausfallen. Sind die Folgen erst eingetreten, ist es zu spät. Der überwiegende Teil der Bebauungspläne wurde zu einer Zeit beschlossen, als viele wissenschaftliche Erkenntnisse zu Extremwetterlagen und Klimawandel noch nicht vorlagen.

Die Versicherungsbranche fordert deshalb zum Umdenken auf: „Klimafolgenanpassung kommt vielerorts zu kurz“, so der GDV-Hauptgeschäftsführer.  Noch immer werde in Überschwemmungsgebieten gebaut, würden Flächen ungehindert versiegelt und stauten sich auf kommunaler Ebene Investitionen in Präventionsmaßnahmen. „Hier gilt es umzusteuern, sonst setzt sich eine Spirale aus weiteren Katastrophen und steigenden Schäden in Gang, die erst teuer und irgendwann unbezahlbar wird.“

Ohne Aufklärung kein Bewusstsein für das Risiko

Aufklärung und Prävention sind das A und O, um künftige Schäden in Grenzen zu halten und Elementarrisiken heute wie auch in Zukunft versichern zu können. Versicherer tun alles dafür, Menschen über Gefahren von Extremwetterereignissen zu informieren. Wie in anderen Ländern auch, muss der deutsche Staat die vorhandenen Informationen zu Naturgefahren bündeln und der Öffentlichkeit in einem einzigen Online-System zugänglich machen. Versicherer fordern deshalb ein bundes­weites Naturgefahrenportal mit begleitenden Informationskampagnen.

„Ich danke allen Rettungskräften vor Ort, die teilweise unter Einsatz ihres eigenen Lebens, helfen und versuchen, die Lage in den Griff zu bekommen“, so der GDV-Hauptgeschäftsführer. „Mein Dank gilt auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der deutschen Versicherer, die angesichts dieser Naturkatastrophe vor großen Herausforderungen stehen.“

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