EIOPA-Stress­test

„Die Ver­si­che­rer in Europa ver­fü­gen über solide Kapi­tal­aus­stat­tung“

Die europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung EIOPA hat am Wochenende die Ergebnisse der EU-weiten Stresstests für Versicherungen bekannt gegeben. Der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) Alexander Erdland äußerte sich in einer ersten Stellungnahme zufrieden.

„Die Ergebnisse des EIOPA-Stresstests zeigen, dass die Versicherer in Europa über eine solide Kapitalausstattung verfügen und auch stärkeren Verwerfungen an den Finanzmärkten standhalten können,“ so Erdland. „Damit bestätigt der Stresstest, was die BaFin-Vollerhebung für die deutschen Lebensversicherer bereits deutlich gemacht hat.“

„Lebensversicherer haben umfangreiche Rückstellungen gebildet“

Die größten Herausforderungen für die Versicherungsunternehmen in Deutschland und Europa bestünden weiterhin in der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Erdland: „Der Test der EIOPA, der übrigens ohne die in der Solvency-II-Richtlinie fest verankerten Übergangsmaßnahmen durchgeführt wurde, zeigt aber auch, dass die künstlich niedrig gehaltenen Zinsen mittelfristig eine Herausforderung für die gesamte Branche in Europa werden könnten. Die deutschen Lebensversicherer haben sich auf diese widrige Marktsituation früh vorbereitet und umfangreiche Rückstellungen gebildet, um Schwankungen auszugleichen und im Zeitablauf konstante Erträge zu erwirtschaften. Darüber hinaus werden seit 2011 zusätzliche Rückstellungen in erheblichem Ausmaß in Form der Zinszusatzreserve aufgebaut.“

Was ist das Ziel der Stresstests?

Die Stresstest sollten herausfinden, wie resistent der europäische Versicherungsmarkt gegen extreme Negativszenarien ist. Zu diesen Szenarien zählen unter anderem Naturkatastrophen, die Kombination anhaltend niedriger Zinsen mit einem deutlichen Kursrückgang am Aktienmarkt oder auch die Konsequenzen sehr schnell steigender Zinsen.

Wie viele Versicherer haben teilgenommen?

Am zentralen Testmodul nahmen 167 europäische Versicherungsunternehmen und -gruppen teil, die zusammen gut die Hälfte des Prämienvolumens in Europa abdecken. Am erweiterten Test, der die Folgen einer anhaltenden Niedrigzinsphase simuliert, beteiligten sich 225 Einzelunternehmen (ca. 60% des Marktes). Eine Liste der Teilnehmer hat EIOPA in seinem Bericht auf Seite 138ff veröffentlicht.

Was unterscheidet die Stresstests von der BaFin-Vollerhebung?

Im Gegensatz zur BaFin-Vollerhebung basiert der EIOPA-Stresstest auf dem Solvency-II-Regelwerk ohne Berücksichtigung der in Solvency II verankerten Übergangsmaßnahmen. Zudem richtete sich die BaFin-Vollerhebung ausschließlich an Lebensversicherer, während der EIOPA-Stresstest sämtliche Sparten einbezieht.

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