Tag der älte­ren Men­schen am 1. Okto­ber

„Die Senio­re­n­un­fall­ver­si­che­rung leis­tet bedarfs­ge­rechte Hilfe“

Etwa 17 Millionen Menschen in Deutschland sind 65 Jahre oder älter. Tendenz steigend. Das hat auch Folgen für das Angebot von Versicherern. Michael Girke von der Allianz Versicherung über fehlenden gesetzlichen Unfallschutz im Alter, praktische Hilfsangebote am Krankenbett und mögliches Glück im Unglück im Fall eines Oberschenkelhalsbruchs.

Herr Girke, warum ist eine Unfallversicherung speziell für Senioren sinnvoll?
Michael Girke: Zum einen sind gerade Senioren besonderen Unfallrisiken ausgesetzt: Im Alter nimmt die Reaktions- und Koordinationsfähigkeit ab, und gleichzeitig verläuft die Heilung von Verletzungen langsamer und nicht selten komplizierter als in jungen Jahren. So kann schon ein einfacher Knochenbruch zu wesentlich größeren Komplikationen führen, als dies in jungen Jahren der Fall ist. Zum anderen haben Senioren – wenn sie im Ruhestand sind – keinen gesetzlichen Unfallversicherungsschutz mehr, den sie im Arbeitsleben zumindest während der Arbeitszeit und auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeit hatten.

Was leistet eine Seniorenunfallversicherung genau?
Girke: Eine Seniorenunfallversicherung schützt doppelt: Zunächst bietet sie Geldleistungen bei dauerhaften, unfallbedingten Gesundheitsschäden. Möglich sind eine Invaliditätsleistung und/oder eine lebenslange Unfallrente bei schweren Invaliditätsgraden. Je nach Vertrag kommen auch andere Leistungen wie etwa eine Todesfallleistung oder Krankenhaustagegelder dazu.

Das bietet aber doch jede Unfallversicherung – was sind die besonderen Angebote für Senioren?
Girke: Entscheidend ist, dass ältere Menschen praktische Hilfeleistungen geboten bekommen, so dass sie den Alltag zu Hause in der Zeit unmittelbar nach einem Unfall bewältigen können. Das Angebot an Hilfs- und Pflegeleistungen ist vielfältig und geht los bei der eigenen Pflege, der Pflege eines Angehörigen, der Erledigung von Einkäufen, bis hin zur Reinigung der Wohnung. Diese und weitere Leistungen werden von Vertragspartnern des Versicherers, einem sogenannten Assisteur, organisiert und vom Versicherer, wie im Vertrag vereinbart, bezahlt. Bei vielen Unternehmen bis zu sechs Monate nach dem Unfall. Für den Kunden hat das den Vorteil, dass über die bestehenden Rahmenverträge die erforderlichen Hilfsleistungen innerhalb kürzester Zeit bereit stehen.

Wie wird festgestellt, welche Hilfsleistungen nach einem Unfall notwendig sind?
Girke: Die Leistungen richten sich nach dem individuellen Bedarf, das heißt wir schauen uns genau an, welche Hilfe notwendig ist. Der Bedarf wird jedoch nicht nach der Schwere oder der Dauer der Unfallverletzung ermittelt und auch mögliche Krankheiten oder Schädigungen, die schon vor dem Unfall vorhanden waren, spielen keine Rolle. Für den Kunden bedeutet das: bedarfsgerechte Hilfe schon ab dem ersten Tag nach dem Unfall.

Die Unfallversicherungen bietet ja auch Invaliditätsleistungen – muss man als Senior nicht befürchten, dass Vorerkrankungen angerechnet werden und somit das Ganze eine Mogelpackung ist?
Girke: Nein, solche Befürchtungen sind unbegründet. Denn für die Frage, ob eine Krankheit oder ein Gebrechen vorliegt, wird immer der normale Zustand eines Menschen gleichen Alters und Geschlechts wie der des Versicherten zugrunde gelegt. Ein 70jähriger muss also nicht allein deshalb Abzüge befürchten, weil er schon vor dem Unfall nicht mehr so fit war wie sein 18-jähriger Enkel. Und wie bereits erwähnt: Für die Hilfsleistungen gibt es keine Abzüge. Diese Leistungen erhält der Versicherte allein nach seinem Bedarf, unabhängig davon, ob eine Krankheit oder ein Gebrechen an seinem Zustand nach dem Unfall mitgewirkt haben.

Gibt es noch weitere Vorteile für Senioren?
Girke: Ja, in der Seniorenversicherung gilt bei den meisten Anbietern ein erweiterter Unfallbegriff. Das heißt, bestimmte Gesundheitsschäden sind unabhängig von der Frage versichert, ob sie durch einen Unfall verursacht wurden oder nicht. Dazu gehört zum Beispiel der gefürchtete Oberschenkelhalsbruch. Viele Versicherer zahlen hier auch dann, wenn es ein sogenannter „Spontanbruch“ ohne äußere Einwirkung war.

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