Kolumne
Kolumne zur Ber­li­nale

Ver­si­chert George Cloo­ney!

Ab Donnerstag wird quasi ganz Berlin wieder mit einem roten Teppich eingedeckt: Zur Berlinale kommen die Stars des Filmbusiness und George Clooney steht gleich im doppelten Sinn vor der Kamera. Wir Versicherer bleiben da im Hintergrund. Und trotzdem sind wir an jedem Set dabei.

Ich freue mich schon richtig auf die Berlinale und vor allem auf deren Eröffnungsfilm „Hail,Ceasar!“. Zum einen wegen der Regisseure, den Coen-Brüdern. Mir gefallen ihre Filme mit ihren skurrilen Dialogen. Zudem erinnert mich der Filmstoff an die großen Monumentalfilme, die zu meinen Kinderzeiten in den Kinos liefen. Und Grund drei: Es geht auch um Versicherung – naja, zumindest indirekt. Aber von vorn:

In „Hail, Ceasar!“ steht George Clooney gleich im doppelten Sinn vor der Kamera: Er spielt den Schauspiel-Superstar Baird Whitlock, der in den glorreichen Zeiten des Hollywood-Kinos der 1950er einen Monumentalfilm dreht. Doch eines Tages ist der Film-Clooney spurlos verschwunden: Entführt. Den Studiobossen droht ein riesiger Verlust, weil sich die Dreharbeiten verzögern. Und so senden sie einen zwielichtigen Berater los, um den Film-Clooney zu finden. Der Versicherungsmann in mir möchte den Studiobossen der 50er durch die Leinwand nur zurufen: „Ach hättet ihr doch bloß George Clooney versichert!“

Filmproduzenten sichern sich ab

Denn wir versichern heutzutage die Produktionsgesellschaften selbst gegen die Entführung der Superstars. Dass ein Hauptdarsteller eine Zeit lang ausfällt, ist gar nicht so selten – auch wenn es eher Krankheiten oder Unfälle sind, welche die Dreharbeiten verzögern. Doch das kann teuer werden. Einen Drehtag nachzuholen kostet schnell 80.000 Euro oder mehr. Und deshalb versichern sich heutzutage Produzenten gegen so einen Fall. Wenn der echte Clooney eigentlich schon wieder den nächsten Film drehen müsste, würde die Versicherung ihn aus seinem nächsten Engagement herauskaufen, damit der Film fertiggestellt werden kann. Auch dann würden Produzenten wahrscheinlich gehörig ins Schwitzen geraten – aber zumindest wären sie finanziell abgesichert.

Mittlerweile sind wir Versicherer quasi an jedem Set mit dabei. Es müssen aber nicht immer Millionenbeträge für den Ausfall der Topstars sein. Manchmal fällt auch nur eine Kamera um. Und auch die lassen sich die Produzenten versichern. Am häufigsten sind übrigens die Produktionshaftpflicht-Schäden. Wenn die Produktionsgesellschaft zum Beispiel in einer privaten Wohnung dreht und mit einer schweren Requisite den Fußboden zerkratzt. Großschäden sind zwar seltener, aber auch wenn gleich die ganze angemietete Villa abbrennt, ist die Produktionsgesellschaft versichert.

Nur der Erfolg lässt sich nicht versichern

Die Wahrscheinlichkeit, dass bei der Produktion der rund 400 Berlinale-Filme gar nichts schief gegangen ist, geht gegen Null. Ich würde wetten, dass bei jeder vierten Filmproduktion die Versicherung irgendeinen Schaden regulieren musste. Nur gegen eines versichern wir nicht: den Flop an der Kasse. Für den Erfolg müssen Clooney und Co. schon selber sorgen.

Ihr

 
Jörg von Fürstenwerth

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