Kolumne
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Unser täg­li­ches Geschäft

Die vergangene Woche hat wieder einmal gezeigt, wie wichtig Versicherungen sind. Bei seinem Zug über Deutschland hinterließ Sturm Niklas enorme Sachschäden: abgedeckte Dächer, zersplitterte Fenster, demolierte Autos. Was nun folgt, ist in gewisser Weise Routine für die Versicherer: Sie nehmen die Schäden auf, begutachten sie und helfen so schnell wie möglich. Kurzum: Sie erfüllen ihre Aufgabe.

Die meisten Menschen spüren den Nutzen einer Versicherung vor allem bei solchen Ereignissen: Der Versicherer als Dienstleister, als Retter im Ernstfall, der für finanzielle Schäden aufkommt. Doch das ist nur die eine, die persönliche Wahrnehmung. Unsere vielfältigen Anstrengungen Schäden zu verhüten und Risiken versicherbar zu machen, werden dagegen weniger wahrgenommen. Doch sie sind essentiell und durchaus von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung wie auch ein Blick nach Hannover in der kommenden Woche zeigen wird.

 

In der nächsten Woche startet die Hannover Messe, auf der das Thema erneuerbare Energien erneut eine große Rolle spielen wird. Wir sind dort mit einem eigenen Stand vertreten und präsentieren erstmals den Offshore Code of Practice einer breiten Fachöffentlichkeit. Die Broschüre enthält eine ausführliche Beschreibung aller wesentlichen Risiken, die mit dem Bau von Windkraftanlagen auf See verbunden sind, und zeigt vor allem auf, wie Schäden vermieden werden können. Anlagenbauer, Montagefirmen oder Betreiber können damit erstmals auf einen unverbindlichen Leitfaden für das Risikomanagement von Offshore-Windkraftanlagen zurückgreifen. Dieser wird nicht nur in Deutsch und Englisch erscheinen, sondern – aufgrund besonderer Nachfrage – auch auf Chinesisch. Natürlich hilft die Broschüre auch Versicherern dabei, Risiken abzuschätzen und zu kalkulieren.

Das Beispiel zeigt, wie eng wirtschaftliche Innovationen und die Versicherungswirtschaft miteinander verknüpft sind. Ob es nun um die Energiewende geht oder die vernetzte Industrie – ohne einen passenden Versicherungsschutz wäre technologischer Fortschritt, wären riskante und neue Unternehmungen kaum denkbar. Keine Maschine würde in Betrieb gehen, kein Windrad würde sich drehen, wenn sich Unternehmen nicht gegen das Risiko von Schäden oder Betriebsunterbrechungen absichern könnten. Unsere Branche ist somit ein enger Begleiter und Förderer gesellschaftlicher Entwicklungen.

Einen Hausbesitzer interessieren solche Zusammenhänge freilich kaum. Für ihn zählt, dass sein Versicherer hilft, falls ein Sturm das Dach abdecken sollte. Doch selbst bei Immobilien zeigt sich die gesellschaftliche Bedeutung unserer Branche: Denn wer käme ohne eine Gebäudeversicherung überhaupt auf die Idee, ein Haus zu bauen?

Ihr

 
Jörg von Fürstenwerth

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