Kolumne
Kolumne zum Ter­ror in Brüs­sel

Soli­da­ri­tät für Bel­gien und Europa

Wie kein anderer Ort steht Brüssel für das vereinte Europa. Der Angriff auf die belgische Hauptstadt ist auch ein Angriff auf diese Idee.

Die feigen Anschläge in Belgien schockieren uns zutiefst. Unsere Gedanken sind bei den vielen Verletzten, Toten und ihren Angehörigen.

Viele von uns kennen Menschen, die in Brüssel leben

Dieser Angriff geht uns allen nahe. Viele von uns kennen Brüssel, kennen Menschen, die dort leben und arbeiten. Wie so viele meiner Kollegen bin auch ich regelmäßig dort und kenne auch den Flughafen so gut wie kaum einen anderen. Wir unterhalten seit fast zwei Jahrzehnten ein Büro in Brüssel. Viele von uns pendeln immer wieder zwischen Berlin und Brüssel.

Unsere Kolleginnen und Kollegen dort werden vorerst von zu Hause aus arbeiten – andere Verbände und auch die Kommission reagieren ähnlich auf die derzeitige Sicherheitslage. Am Dienstag, dem Tag der Anschläge, erreichte uns um 11.09 Uhr die erlösende Mail unseres Geschäftsführers für Europa: „Die Brüsseler Kolleginnen und Kollegen des GDV befinden sich in Sicherheit und sind unversehrt“, schrieb er. „Wir haben Kontakt und werden die weitere Situation beobachten. Für Ihre zahlreichen Nachfragen danken wir Ihnen, sind sie doch Ausdruck unserer Zusammengehörigkeit!“

Diese Nachricht hat uns sehr erleichtert. Ein Berliner Kollege war noch in Brüssel gestrandet. Aber er ist wohlauf. Gleichzeitig hat es uns sehr traurig gestimmt, dass an diesem Tag viele andere Menschen ihren Arbeitsplatz, ihr Zuhause nicht sicher und wohlbehalten erreicht haben.

 

Terror ist schrecklich. Er zielt auf Menschen – will aber letztlich unsere Gesellschaft und unsere Ideale treffen. Brüssel ist das Herz und die faktische Hauptstadt Europas. Wie kein anderer Ort steht diese Stadt für die Einigung des europäischen Kontinents. Für die Idee, dass Menschen unterschiedlicher Nationen und unterschiedlichen Glaubens mehr verbindet als sie trennt. Der Angriff auf Brüssel ist auch ein Angriff auf diese Idee.

Für die freie, offene Gesellschaft

Wir dürfen jetzt nicht weichen, sondern müssen zusammenstehen. Für die freie, offene Gesellschaft. Hass und Intoleranz haben hier keinen Platz. Das galt schon nach den Anschlägen auf Paris, Madrid oder London. Das gilt jetzt erst recht.

Unsere Solidarität gilt den vielen Opfern, dem belgischen Staat und dem vereinten Europa.

Ihr

 
Jörg von Fürstenwerth

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