Kolumne
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Mit bei­den Bei­nen im guten Leben

Am kommenden Mittwoch erscheint die Studie zur „Generation Mitte“. Sie fördert erstaunliche Ergebnisse zutage. Werfen wir vorab einen kurzen Blick auf die Lebensqualität und die Schwachstellen in unserem Land.

Sie stehen mitten im Berufsleben, sie finanzieren die sozialen Sicherungssysteme und sind dabei auch die Leute, die sich mittlerweile nicht nur um die Kindererziehung, sondern verstärkt auch um die eigene Elterngeneration kümmern. Und doch kommen sie viel zu selten in den einschlägigen Umfragen und Untersuchungen zu Wort. Ich rede von Menschen zwischen 30 und 59 Jahren oder dem, was wir die „Generation Mitte“ nennen. Die rund 35 Millionen Männer und Frauen der „Generation Mitte“ sind die eigentlichen Leistungsträger der Gesellschaft, die mit ihren Entscheidungen die gesellschaftliche Zukunft entscheidend beeinflussen (womit ich meiner Generation 60plus natürlich nicht zu nahe treten will).

Es ist bereits das dritte Mal, dass das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag des GDV nach dem Lebensgefühl dieser Generation forscht. Es ist Teil unseres Dialogs, den wir mit Politik und Gesellschaft führen. Offen und ehrlich, auch für Kritik empfänglich. Für die aktuelle, repräsentative Studie hat das Institut insgesamt 1.020 Personen befragt. Am kommenden Mittwoch werden GDV-Präsident Alexander Erdland und Prof. Renate Köcher, Geschäftsführerin des IfD, die Ergebnisse der Studie im Haus der Bundespressekonferenz vorstellen.

Ich darf an dieser Stelle die Spannung ja ruhig einmal steigern und den Versuch unternehmen, Reklame zu machen: die Befragung fördert auch in diesem Jahr erstaunliche Ergebnisse zutage. Hatten wir im letzten Jahr die Einstellung der Menschen zur Digitalisierung ins Zentrum gestellt, so geht es 2015 um die Frage, was gutes Leben in Deutschland bedeutet.

 

Sie wissen, die Bundesregierung hat unter dem Motto „Gut Leben in Deutschland – was uns wichtig ist“ einen so genannten Bürgerdialog eröffnet, im Internet und in Live-Veranstaltungen vor Ort. So ist, wie Sie vielleicht gelesen haben, die Kanzlerin gestern in Duisburg-Marxloh gewesen – nach Auftritten in Berlin und Rostock. Ziel der Initiative ist es laut Bundesregierung, einen Bericht zu erarbeiten, der über Stand und Fortschritt von Lebensqualität in Deutschland Auskunft gibt. Mit einem Indikatoren-System soll dann Lebensqualität messbar und mit einem Aktionsprogramm der Bundesregierung – wo immer möglich – verbessert werden. Das Projekt ist mit hoher Aufmerksamkeit bedacht, aber natürlich auch schon kritisiert worden. Ich finde den Ansatz sehr spannend.

Unsere Umfrage unter der Regie von Renate Köcher liefert zum Thema Lebensqualität Ergebnisse, deren Eindeutigkeit überrascht. So viel sei an dieser Stelle schon verraten: Jammern ist out, die meisten in der Generation sehen wenig Grund zum Meckern. Aber natürlich gibt es offene Fragen und einige sehr ernst zu nehmende Schwachstellen in unserem Land. Da geht es um Chancengerechtigkeit, um Sicherheit, und, auch wenn das Viele gar nicht gerne hören, um drohende Armut im Alter. In einem gesonderten Kapitel fragen wir zudem, ob es wirklich stimmt, dass die Generation der Mitte eine Generation der Erben ist. Ich bin gespannt, wie Sie, liebe Leser, die Umfrageergebnisse interpretieren und freue mich über Ihre Rückmeldung.

Ihr

 
Jörg von Fürstenwerth

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