Kolumne
Ver­si­che­rer als Arbeit­ge­ber

Gutes Image für guten Nach­wuchs

Der Wettbewerb um qualifizierten Nachwuchs verschärft sich. Das hat Folgen, auch für die Versicherungsbranche.

Bei uns im GDV ist es guter Brauch, dass neue Kollegen und Kolleginnen mit Namen, ihrer Tätigkeit im Verband und mit einem Foto in einer Rundmail an alle Mitarbeiter vorgestellt werden. Unlängst blickten mich da zwei ganz junge Gesichter an. Es waren die unserer neuen Auszubildenden. Sie zählen zu den rund 4200 jungen Menschen, die jedes Jahr ihre Lehre in der Versicherungswirtschaft starten.

Demografischer Wandel trifft auch Versicherer

Die Zahl unterstreicht den hohen Stellenwert, den das Thema Ausbildung in den Unternehmen genießt. Über mangelndes Interesse der Jugendlichen kann sich unsere Branche auch nicht beklagen. Zuletzt kamen immerhin rund 20 Bewerber auf eine Stelle. Eine komfortable Situation angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels, der insbesondere kleineren Betrieben schon Sorgen bereitet. Der Rekordwert, den die Zahl unbesetzter Lehrstellen in der deutschen Wirtschaft gerade erreicht hat, ist nur ein Beleg dafür.

Darauf verlassen, dass die Menschen auch künftig bei Versicherern Schlange stehen, können wir uns jedoch nicht. Der demografische Wandel ist in vollem Gang, und er trifft auch unsere Branche. Die Belegschaft altert, die Zahl derer, die in Rente gehen, wird in den kommenden Jahren steigen. Gleichzeitig wird es immer weniger Schulabgänger geben – und damit schrumpft der Pool an Talenten, aus dem wir einen Großteil unserer Mitarbeiter rekrutieren. Auch in der Versicherungswirtschaft bleiben einige Lehrstellen bereits unbesetzt, schlicht weil Unternehmen keine geeigneten Kandidaten finden.

Lebenslanges Lernen, duale Studienplätze, Vereinbarkeit von Familie und Beruf

In Zukunft wird sich der Wettbewerb um qualifizierten Nachwuchs noch verschärfen. Um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben und auch so wahrgenommen zu werden, müssen wir einiges bieten. Dabei geht es weniger ums Geld. Es geht um Weiterbildungsangebote, um ein lebenslanges Lernen zu ermöglichen. Es geht um mehr duale Studienplätze, um auch die wachsende Zahl der Abiturienten, die studieren wollen, früh an uns zu binden. Und es geht um eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, um Eltern eine interessante Perspektive zu bieten.

Wie attraktiv Bewerberinnen und Bewerber die Versicherungswirtschaft als Arbeitgeber einschätzen, hängt letztlich aber auch von unserem Ansehen in der Öffentlichkeit ab. Wir können es uns nicht leisten, dass wenige schwarze Schafe die Branche in Verruf bringen. Vertriebsskandale darf es nicht mehr geben. Das ist unser Anspruch, und dafür steht unser verschärfter Verhaltenskodex für den Vertrieb, den wir vor zwei Jahren eingeführt haben. Er soll die Beratungsqualität weiter verbessern. Im Interesse unserer Kunden. Aber auch im Interesse von uns selbst.

Auf der Website des GDV sind derzeit übrigens offene Stellen ausgeschrieben. Schauen Sie doch einmal. Fühlen Sie sich angesprochen? Dann freuen wir uns auf Ihre Bewerbung, falls nichts Passendes dabei ist, gerne auch initiativ.

Ihr

 
Jörg von Fürstenwerth

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