Kolumne
Assi­stance

Geld allein reicht nicht

Warum Versichern heute mehr heißt, als nur Schäden seiner Kunden zu regulieren.

Nach der Urlaubszeit läuft das politische Berlin auf Hochtouren – und gibt einen strammen Takt für uns hier vor. Ich wünsche Ihnen, dass auch Sie wieder gut im Job angekommen sind und noch lange von der hoffentlich schönen Ferienzeit zehren können.

Ein herzlicher Dank für den täglichen Einsatz im Sinne unserer Kunden

Gestatten Sie mir, an dieser Stelle auf eine Berufsgruppe hinzuweisen, die alles andere als Urlaub gemacht hat: Die Pannen- und Unfallhelfer der Versicherer waren in den vergangenen Monaten im Dauereinsatz. Rund 205.000 Mal rückten sie zwischen Juni und August aus, um liegengebliebene Fahrzeuge flottzumachen oder abzuschleppen. Damit waren sie fast 7 Prozent häufiger unterwegs als im Vorjahr. Ein guter Zeitpunkt also, um den Damen und Herren unserer Assisteure einmal ein herzliches Danke für den täglichen Einsatz im Sinne unserer Kunden zu sagen.

Natürlich möchten wir Versicherer einen Schaden früh erkennen, gut darauf reagieren und die damit verbundenen Kosten möglichst gering halten. Vor allem ist uns aber an der Zufriedenheit unserer Kunden und einer möglichst guten Beziehung gelegen. Assistance-Angebote, die wir längst nicht nur im Bereich der Kfz-Versicherung machen, vereinen beide Anliegen perfekt. Dabei geht es nicht nur darum, einen Schaden zu ersetzen, sondern unseren Kunden auch akut und pragmatisch zu helfen.

Erhebungen von Marktforschern zeigen: Mehr als 80 Prozent der Deutschen sind Service- und Assistance-Leistungen in Versicherungsprodukten wichtig. Auch deshalb wollen Versicherer diese Angebote weiter ausbauen. Ich persönlich hoffe, dass unsere Branche damit auch einen Kulturwandel hin zu einer stärker ausgebauten Dienstleistungs-Infrastruktur mit vorantreibt.

Haben Sie also einen Kfz-Schutzbrief? Dann sind Sie einer von insgesamt 26 Millionen in Deutschland. Für diese Menschen leisten wir jedes Jahr rund 200 Mio. Euro, etwa für Pannen- und Unfallhilfe, Weiter- und Rückfahrservice oder für einen Mietwagen. Dafür greifen die deutschen Kraftfahrtversicherer europaweit auf rund 7000 Abschleppfirmen zurück.

Unsere Experten der Sachversicherung sind aber auch zur Stelle, wenn nach einem Unwetter das Haus wieder bewohnbar gemacht werden muss. Wir kennen die richtigen Handwerker in der Nähe. Und immer mehr Unfallversicherer organisieren und bezahlen nach einem Unfall etwa auch Pflegedienste, die Versorgung mit Essen, die Wohnungsreinigung, den Wäscheservice, Einkäufe oder die Begleitung zu Arzt- und Behördengängen.

Versichern heißt auch Netzwerk-Kompetenz

Versichern steht immer für ein Kollektiv, also für ein Netzwerk. Mit dieser Kompetenz können wir – übrigens auch abseits der großen Ballungsräume – schnell und unkompliziert eine Vielzahl an Assistance-Dienstleistungen anbieten.

Dies kommt oft gerade älteren Menschen zugute, die ihr selbstbestimmtes Leben möglichst erhalten wollen. Wie wir durch unsere langjährige Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach wissen, steht diese Frage aber auch bei der „Generation Mitte“ der 30- bis 59-Jährigen hoch im Kurs: Diese Menschen wollen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben.

Ich bin überzeugt davon, dass dieser Wunsch nach Autonomie, verbunden mit der rapide wachsenden Zahl älter werdender Menschen, den Markt für Assistance-Angebote dynamisch wachsen lassen wird.

Wir Versicherer stellen uns darauf ein.

Ihr


Jörg von Fürstenwerth

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