Kolumne
Droh­nen

Flie­gen und Gril­len

Die Deutschen werden zu Freizeitpiloten; Drohnen entwickeln sich zum Massenphänomen. Doch das Vergnügen für Groß und Klein birgt auch Risiken – und erfordert daher die richtige Absicherung. Eine Kolumne von Christoph Hardt

Am Wochenende hatte ich Zeit für die Zeitung gefunden, ein Stück fand ich ganz besonders spannend: über die Mediterranisierung des Lebensgefühls in unseren Städten – am Bespiel Frankfurts. Nun ja, Köln hätte da auch so manche Story hergegeben, von Berlin ganz zu schweigen: Ein Sommer wie aus Monopoli (Apulien), das Leben in Deutschlands Metropolen findet auf Straßen und Plätzen statt. Und in der Luft, musste ich denken, als ich später ein mir höchst unbekannt anmutendes Objekt durch den mit mediterraner Heißluft erfüllten Sommerabendhimmel fliegen sah. „Schon wieder eine Drohne“, sagte der Tischnachbar und rückte sich amüsiert seinen Sprizz zurecht. Erst nach aufmerksamem und längerem Suchen fanden wir den „Piloten“ des automatisierten Fluggeräts bei einer Gruppe, die vor allem mit Grillfleisch beschäftigt schien. Der „Pilot“ und seine Kinder, offensichtlich mit der Aufgabe der Flugbegleitung betraut, mittendrin.

Große Begeisterung für Technik-Spaß

Komisch, die Drohne als Freizeitvergnügen unter hochsommerlichen Flugbedingungen? Da geht einem ja so alles Mögliche Andere durch den Kopf. Die schrecklichen Drohnen-Geschichten vor allem, missbräuchliche Anwendungen, Überwachungssorgen. Aber es gibt eben doch auch die schönen Geschichten. Opel-Chef Neumann gilt ja schon seit längerem als privater Drohnen-Flieger. Und es werden immer mehr.

 

Vorgestern erhielt ich von einem Berliner Bekannten die Einladung zu den „DroneMasters.Berlin“, eine Art Hindernisrennen für Freizeit-Drohnen-Piloten. Es findet am 5. September am Rande der Internationalen Funkausstellung IFA statt, bislang haben sich 35 Teams angemeldet für den Wettkampf. Damit solle, so der Veranstalter, Berlin erstmals ein „Fly’n BBQ-Event“ bekommen – noch eine Ergänzung zum mediterranen Thema.

Rechtzeitig für Versicherungsschutz sorgen

Nun kann man natürlich fragen, was das mit Versicherung zu tun hat. Viel, sehr viel natürlich. Denn Drohnen-Fliegen wird zum Massenphänomen. Zahlen über die Drohnen-Verbreitung gibt es allerdings keine, inzwischen gibt es die Geräte ja schon für deutlich unter 200 Euro, verkauft wird vor allem online. Schon im Dezember 2014 haben wir in unserem Verbandsmagazin Positionen über Chancen und Risiken beim Fliegen von Drohnen – sowohl kommerziell als auch privat – berichtet. Im Februar ging es weiter. Das Thema nahm in den vergangenen Monaten viel Fahrt auf, Leitmedien und Agenturen nahmen sich der Drohnen und den damit verbundenen Risiken an. Für gewerblich genutzte Fluggeräte bieten einige Unternehmen Schutz, auch Modellbausport-Verbände bieten Absicherung. Wer eine Drohne als Spielzeug fliegt, braucht diesen Schutz in der Regel nicht. Wer jedoch glaubt, Drohnen über Menschenansammlungen während mediterran anmutenden Sommerabenden fliegen zu müssen, der sollte die potenziellen Risiken für sich und die anderen durchaus im Blick haben: ein klassischer Fall für die Haftpflichtversicherung.

Ihr

 
Christoph Hardt

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