Kolumne
Kolumne Allens­bach-Umfrage

Der Gene­ra­tion Mitte den Puls füh­len

Ängste, Bedürfnisse, Ansprüche, Wünsche, Einstellungen: Kommende Woche wird der GDV bereits zum sechsten Mal die Studie zur Lage der 30- bis 59-Jährigen vorlegen – und damit ein Stimmungsbarometer unserer Gesellschaft.

In den Medien ist es schon heute nicht mehr zu übersehen: Am Samstag jährt sich der Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehmann Brothers zum zehnten Mal. Die Pleite markierte den Auftakt einer Finanzkrise, von der uns bis heute eine historische Zinsschwäche erhalten geblieben ist – mit allen undankbaren Folgen für die Sparer und uns Versicherer als Anbieter von Produkten für die Altersvorsorge.

Kurzum: Die stark gefallenen Zinsen erfordern höhere oder länger eingezahlte Beiträge, um gegebene Sparziele zu erreichen. Da sollte es doch beruhigen, dass es der Generation Mitte wirtschaftlich so gut wie je zuvor geht.

Wo sieht sich die Generation Mitte im Vergleich zu ihren Eltern?

Von wegen! Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen, kann ich eins verraten: Die innenpolitische Konstellation und der empfundene abnehmende Zusammenhalt in der Gesellschaft drücken erkennbar auf die Stimmung. Die Studie hat dabei eine Diskrepanz zwischen den größeren finanziellen Spielräumen und der geringeren Neigung, Ersparnisse zu bilden, attestiert.

Das Institut für Demoskopie Allensbach hat im Auftrag unseres Verbandes nun bereits zum sechsten Mal die Generation Mitte befragt. Die 30- bis 59-Jährigen sind die Leistungsträger unserer Gesellschaft. Über 70 Prozent aller Erwerbstätigen gehören dieser Altersgruppe an. Gemeinsam erwirtschaften sie über 80 Prozent des zu versteuernden Einkommens. Sozial, gesellschaftlich und politisch spielt die Generation Mitte eine entscheidende Rolle.

Die kompletten Ergebnisse der Untersuchung, die sich auf 1048 Interviews mit einem repräsentativen Querschnitt der 30- bis 59-jährigen Bevölkerung stützt, präsentieren wir am kommenden Mittwoch in Berlin. Neben der aktuellen Stimmungslage wollten wir in diesem Jahr wissen, wo die Generation Mitte sich im Vergleich mit Ihrer Elterngeneration sieht: Wo hatten es die eigenen Eltern besser, was ist heute einfacher? Und welche Zukunftschancen und Schlüsselfaktoren für den Erfolg in unserer Gesellschaft sehen die 30- bis 59-Jährigen für ihre eigenen Kinder?

Veränderungen durch die Digitalisierung werden weitgehend positiv gesehen

Stichwort Digitalisierung: Das Ausmaß des durch das Internet ausgelösten gesellschaftlichen Wandels wird heute größer eingeschätzt als noch vor vier Jahren.  Anders als in der öffentlichen Debatte oft angenommen, werden diese Veränderungen weit überwiegend positiv gesehen. Über die Zeit ist diese positive Grundhaltung zur Digitalisierung weiter gewachsen. Vor vier Jahren waren 54 Prozent überzeugt, dass für sie persönlich die Vorteile dieser Entwicklung überwiegen, 5 Prozentpunkte weniger als heute.

Viel Stoff also für Debatte und Diskurs: Wir freuen uns darauf, Ihnen am 19. September die vollständige Erhebung zur Generation Mitte mit weiteren Erkenntnissen vorstellen zu können.

Ihr

 

Jörg von Fürstenwerth

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